Ipwegermoor - Den Rasteder Künstler Christoph Schmidt zieht es zurück in die Heimat. Zum letzten Mal lädt er aus diesem Grund zur Ausstellung ein und hofft, dass möglichst viele seiner Holzobjekte einen neuen Besitzer finden.
„Ich habe die Gelegenheit, wieder in das Haus zu ziehen, in dem ich früher lebte“, erzählt der 64-Jährige, der aus dem Westerwald stammt. „Vor 25 Jahren bin ich ins Ammerland gekommen“, sagt Schmidt und fügt an: „Hier habe ich ohne Unterbrechung am längsten gelebt.“
Aus Liebe in den Norden
Die Liebe hatte ihn seinerzeit in den Norden gezogen. Über eine Annonce in „Der Zeit“ hatte er seine Frau kennengelernt, die als Obergewandmeisterin am Oldenburgischen Staatstheater arbeitete. Gemeinsam kauften sie in Ipwegermoor ein altes Bauernhaus auf einem knapp einen Hektar großen Grundstück, das jetzt zum Verkauf steht.
„Am Anfang habe ich viel am Haus gemacht, dann habe ich mir eine Werkstatt eingerichtet“, schildert Schmidt. Dort lebte er seine Leidenschaft zur Arbeit mit Holz aus. Die Rauheit der Stücke wurde zum Markenzeichen seiner Unikate. Mal asymmetrisch, mal gerissen ist das Holz, was einen Drechslermeister auf einem Kunsthandwerkermarkt mal zu der Frage veranlasst habe zu fragen: „Ist das schon fertig?“
Genau darin liegt freilich das Besondere an Schmidts Arbeiten. Meist bearbeitet er das Holz nur ganz dezent, um dessen Struktur oder Farbe sichtbar zu machen. Während Drechsler das Holz in der Regel so lange schleifen, bis es ganz glatt ist, liegt der Reiz für den 64-Jährigen gerade im Unperfekten, wie er sagt.
Von Sammlung trennen
Viele Gefäßobjekte finden sich in Schmidts Sammlung, aber auch skulpturale Sachen sowie einige abstrakte Bilder, zählt der Künstler auf, der sich vor dem geplanten Umzug in die alte Heimat nun von vielen Stücken trennen möchte. „Ich werde entgegenkommende Preise machen“, verspricht der 64-Jährige.
Schmidt, den viele auch kennen, weil er sich aktiv in der Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen im Ipweger Moor engagierte, zieht es auch zurück in die Heimat, weil seine Geschwister dort leben. Im Ammerland sei er nicht so verwurzelt. Als vor zweieinhalb Jahren seine Frau starb, wurde der Wunsch stärker, zurück in den Westerwald zu ziehen.
Als sich nun die Möglichkeit bot, sogar zurück auf jenen Hof in Berzhausen zu ziehen, auf dem er einst zwölf Jahre lang Biolandgemüse anbaute, machte Schmidt Nägel mit Köpfen. Das zum Hof gehörige Grundstück sei sogar noch etwas größer als das in Ipwegermoor, erzählt der Künstler. Wo er früher Gemüse anbaute, hätten zuletzt Pferde geweidet. Daran soll sich auch nichts ändern.
Letzte Ausstellung
Was sich nicht ändern soll, ist, dass Schmidt sich auch weiterhin der Kunst widmen will. „Ich will mir dort wieder eine Werkstatt einrichten“, erzählt er. Wer sich für die Arbeiten des Künstlers interessiert, hat von Freitag bis Sonntag, 21. bis 23. Juni, Gelegenheit zum Besuch in Ipwegermoor. Jeweils von 10 bis 20 Uhr kann die Ausstellung auf dem Hof an der Birkenstraße 109 besucht werden – und vielleicht wechselt das eine oder andere Holzobjekt dann tatsächlich den Besitzer.
