Berlin/Emden - Fast ein Jahrzehnt ist es her, dass Wolfgang Petersens letzter Film ins Kino kam. „Poseidon“ hieß der Katastrophenthriller – ein Flop. Danach nahm sich der deutsche Hollywoodregisseur – Schöpfer von Erfolgsfilmen wie „Das Boot“, „Troja“ und „Air Force One“ – eine Auszeit. Für sein Comeback kehrt der seit 27 Jahren in Los Angeles lebende Petersen – er wurde 1941 in Emden geboren – nun in seine Heimat Deutschland zurück.
Für sein neues Projekt hat der 74-Jährige gleich vier der derzeit erfolgreichsten deutschen Schauspieler verpflichtet: Til Schweiger (51), Matthias Schweighöfer (34), Michael „Bully“ Herbig (47) und Jan Josef Liefers (51). Ein Remake seiner Gaunerkomödie „Vier gegen die Bank“, die 1976 im Fernsehen lief, dreht Petersen mit ihnen. Und: „Das ist nicht das Ende. Ich habe noch vieles, vieles vor – auch in Amerika“, sagte der Regisseur am Montag über seine Rückkehr ins Filmbusiness.
Petersen versammelt ein Quartett halbwegs gescheiterter Existenzen: Schweiger spielt einen Boxer und Liefers einen abgehalfterten Schauspieler. Schweighöfer ist ein cholerischer Werber und Herbig ein neurotischer Vermögensberater. Gedreht wird ab Ende November in Berlin. Petersen schwärmt von „Berlin im Winter“ und erzählt von seiner Sehnsucht, endlich mal wieder in der deutschen Sprache kreativ zu sein. „Ich hatte solche Entzugserscheinungen.“
Petersen startete seine Karriere beim Fernsehen, wo er mit der „Tatort“-Folge „Reifezeugnis“ mit Nastassja Kinski seinen Durchbruch hatte. Den Weg nach Hollywood bahnte ihm sein erster Kinohit in Deutschland: Sechs Oscar-Nominierungen gab es für „Das Boot“ (1981) mit Schauspielern wie Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer.
