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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ehrenbär-Preisträger Wim Wenders: Er malt mit der Kamera

12.02.2015

Berlin Sein „Himmel über Berlin“ ist unvergessen, „Paris, Texas“ immer eine Reise wert: Wim Wenders gilt als einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Filmemacher. Schon drei Mal für einen Oscar nominiert. Das New Yorker MoMA widmet ihm im März eine Retrospektive. Die Berlinale zeichnet den 69-Jährigen am Donnerstag (12.2./22.00 Uhr) mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk aus.

Seit seinem Spielfilmdebüt „Summer in the City“ (1970) hat Wenders rund 50 Filme gedreht, viele mit großem internationalen Erfolg. Oft sind es rastlose oder verlorene Helden, von denen er erzählt. Aber seine Kamera begleitet sie so nah, liebevoll und poetisch, dass die Bilder sich für immer einprägen - Gemälde mit der Kamera.

Bei allem Erfolg ist der gebürtige Düsseldorfer (Markenzeichen: dicke blaue Brille) durchaus auf dem Boden geblieben. Sonst Stammgast in Cannes, freut er sich jetzt über sein „Heimspiel“ in Berlin. „Aber ich schiebe es von mir persönlich weg und sehe es als eine Auszeichnung für meine Filme“, sagt er im dpa-Gespräch. „Die haben“s hoffentlich verdient.“

Zehn herausragende Beispiele werden bei der Berlinale in einer Hommage gezeigt, darunter auch der legendäre „Himmel über Berlin“ (1987) mit Bruno Ganz als traurigem Engel. Die meisten sind erstmals in digital restaurierten Fassungen zu sehen, an denen die in Düsseldorf gegründete Wim Wenders Stiftung seit 2014 arbeitet. „Mein Traum ist es, dass mein Werk in Zukunft nur mehr sich selbst gehört, und damit eben allen“, so Wenders.

1945 als Sohn eines Arztes geboren, hatte er 1971 in München mit zwölf Kollegen den legendären Filmverlag der Autoren gegründet. Mit seiner Kinoversion von Peter Handkes Roman „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1972) wurde er zum Aushängeschild des „Neuen Deutschen Films“.

Es folgten etwa das Roadmovie „Alice in den Städten“ (1974) und das frühe Meisterwerk „Im Lauf der Zeit“ (1976). Einer der größten Hits wurde das melancholische Roadmovie „Paris, Texas“ (1984). Die Westernparodie „Don“t Come Knocking“ erhielt 2005 auf dem Filmfestival in Cannes zwanzig Minuten Applaus. Berlinale-Chef Dieter Kosslick schreibt ihm zu, dass er unser Filmgedächtnis geprägt habe.

Nach zwei siebenjährigen Stationen in den USA lebt der Reise- und Musikfreak mit seiner dritten Frau Donata inzwischen wieder überwiegend in Berlin. Seit Jahren entwickelt er die 3D-Technik weiter wie kein anderer deutscher Regisseur.

In seinem neuen Film „Every Thing Will Be Fine“ mit James Franco und Charlotte Gainsbourg nutzt er die Technik erstmals für einen Spielfilm. Nach der Weltpremiere bei der Berlinale am Dienstag gab es nach dem Beziehungsdrama allerdings neben Lobeshymnen auch viel Enttäuschung.

Mit Preisen ist der Autorenfilmer längst überschüttet - nur der Oscar fehlt ihm noch. Im Jahr 2000 war er mit der Musiker-Doku „Buena Vista Social Club“ im Rennen, 2011 trug ihm der bildgewaltige Tanzfilm „Pina“ eine Nominierung ein.

Ob es diesmal mit der Dokumentation „Das Salz der Erde“ über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado endlich klappt? Er fliege ruhigen Herzens nach Hollywood, sagte Wenders der dpa. „Ich fahre dahin, freue mich des Lebens und weiß jetzt schon: Wir werden da nicht gewinnen.“

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