OLDENBURG - Innerhalb der evangelischen Kirche im Oldenburger Land sollen die Kirchenkreise künftig mehr Befugnisse erhalten. Entsprechende Vorschläge hat ein Sonderausschuss der ab Donnerstag in Rastede tagenden Landessynode unterbreitet. Weitere Schwerpunktthemen des bis Sonnabend tagenden Kirchenparlaments sind die Kirchenmusik und ein integriertes Klimaschutzkonzept.
In den Kirchenkreisen sollen die Kreissynoden künftig den Kreispfarrer wählen können und auch frei in der Wahl des Synodenvorsitzes sein. Bisher sind die Kreispfarrer automatisch Vorsitzende der Kreissynoden. Wie der Vorsitzende des Sonderausschusses, Pfarrer Dr. Oliver Dürr (Molbergen), am Dienstag mitteilte, sollen auch die Kreispfarrer mit mehr Befugnissen ausgestattet werden. Sie würden zwar keine Dienstvorgesetzten der örtlichen Pfarrer, doch erhielten sie zusätzliche Kompetenzen, wenn es um Urlaub, Krankheit und Vakanzen gehe. Außerdem werde ihnen mehr Zeit für die Kirchenkreisarbeit zur Verfügung stehen. Der Anteil der Gemeindearbeit soll nach dem Vorschlag des Sonderausschusses von derzeit 50 Prozent auf 25 Prozent reduziert werden.
Dies solle die Kreispfarrer dann auch zeitlich in die Lage versetzen, an Visitationen teilzunehmen, die nach mehrjähriger Pause in Zukunft wieder stattfinden sollen. Ein erster Probelauf nach der im vergangenen Frühjahr vorgelegten neuen Visitationsordnung soll noch in diesem Jahr in Jever stattfinden.
Ein besonderes Schwerpunktthema der Synodentagung ist die Kirchenmusik, die nach Ansicht von Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, Bischof Jan Janssen und Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk einen wesentlichen Bestandteil der kirchlichen Verkündigung darstelle. Am Donnerstagnachmittag soll es musikalische Beispiele, einen Expertenvortrag, eine Podiumsdiskussion und mehrere Gruppengespräche zu unterschiedlichen Aspekten von Musik im kirchlichen Leben geben.
Ausführlich wird sich die Synode außerdem mit einem integrierten Klimaschutzkonzept beschäftigen. Ziel ist es, den Schadstoffausstoß kirchlicher Gebäude um 25 Prozent zu senken. Sollten die Synodalen das vorgeschlagene Konzept verabschieden, ist außerdem die Einrichtung einer Stelle für einen Umweltbeauftragten vorgesehen. Diese hauptamtliche Vollzeitstelle soll zeitnah besetzt und von einer synodalen Arbeitsgruppe begleitet werden.
