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Ehrenamt „Auf das Miteinander kommt es an“

Horst Lohe
Annegrete Spindler (70) zeigt ihr Notizbüchlein. Darin hält sie seit 25 Jahren Teilnehmerzahlen und Aktivitäten der Frauengruppe der Kirchengemeinde fest.

Annegrete Spindler (70) zeigt ihr Notizbüchlein. Darin hält sie seit 25 Jahren Teilnehmerzahlen und Aktivitäten der Frauengruppe der Kirchengemeinde fest.

Horst Lohe

Esenshamm - „Ich bin irgendwie in die Schiene reingerutscht“, sagt Annegrete Spindler zu ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement. Auch nach Jahrzehnten ist sie gerne weiter aktiv – „weil es einfach Spaß macht und man sieht, dass es von den Leuten angenommen wird.“

Frauenkreis

Bereits seit 25 Jahren leitet die heute 70 Jahre alte Mutter zweier erwachsener Kinder und Großmutter von drei Enkeln den Frauenkreis der evangelischen Kirchengemeinde Esenshamm. Annegrete Spindler bereitet den Gemeinderaum für die einmal monatlich stattfindenden Treffen vor, deckt die Tische ein, kauft Kuchen, kocht Kaffee, lädt Referenten ein und organisiert auch Ausflüge.

Für diesen Mittwoch ist ein Spielenachmittag geplant. Wieder werden 25 bis 30 Frauen erwartet. Das Miteinander bei ungezwungenen Gesprächen über Gott und die Welt macht ihr sehr viel Freude.

Ähnliches gilt für das Gemeindefrühstück mit jeweils 40 bis 50 Teilnehmern, das seit elf Jahren ebenfalls einmal im Monat stattfindet. Hier arbeitet Annegrete Spindler mit Aenne von Deetzen, Ilse Lampe und Kerstin Buda im Team.


Annegrete Spindler gehört dem Vorstand der Kyffhäuser-Kameradschaft Esenshamm (heute 42 Mitglieder) an, seitdem es diese Gemeinschaft gibt: seit 1975. Seit 2007 ist sie 1. Vorsitzende. Seit 1990 ist sie im Vorstand des Oldenburger Kameradenbundes. Seit 2007 ist sie eine von drei Vizepräsidenten. Dem Bund gehören 19 Kameradschaften in fünf Kreisverbänden mit insgesamt knapp 1000 Mitgliedern an.

Die Kyffhäuser-Kameradschaften pflegen keineswegs nur den Schieß- und Kegelsport, sondern engagieren sich auch stark sozial. So sammeln sie Brillen für die Dritte Welt sowie Briefmarken, Wachsreste und Wolle für diakonische Einrichtungen in Bethel und Lobetal. Nicht zuletzt unterstützen sie Hilfstransporte – auch die der Nordenhamer Johanniter-Auslandshilfe.

Dabei ist laut Annegrete Spindler die Kameradschaft ganz wichtig. Dazu gehören Besuche zu Geburtstagen, bei Krankheit und in Altenheimen. „Es ist die Vielfalt vom Sport bis zum sozialem Engagement, die mich reizt und das menschliche Miteinander“, sagt die Vizepräsidentin des Oldenburger Kameradenbundes. „Jeder steht für jeden ein und hilft.“

Leider setze sich die Überalterung in den Kreisverbänden fort. Es gebe nur wenige Kameradschaften mit einer Jugendabteilung. Vielleicht werde für junge Leute außer Schießsport, der erst ab dem Alter von 12 Jahren möglich ist, zu wenig geboten. Um den Esenshammer Sportschützen keine Konkurrenz zu machen, habe die Esenshammer Kameradschaft schon vor vielen Jahren auf eine Jugendabteilung verzichtet.

Aus Ostfriesland

Annegrete Spindler hat ihren heute 74 Jahre alten Ehemann Horst 1964 während dessen Bundeswehrzeit in Wittmund kennengelernt. Nach der Heirat 1968 ist sie nach Esenshamm gezogen. „Schön ungewohnt“ war es für die Ostfriesin hier anfangs, zumal sie den Wald in ihrer Heimat vermisste. Ihren Umzug hat sie aber nicht bereut. Denn es dauerte nicht lange, bis sie sich in Esenshamm rundum wohl fühlte.

34 Jahre hatte die gelernte Verkäuferin den bezahlten Job als Hausmeisterin und Küsterin der Kirchengemeinde (sechs Wochenstunden). Bei ihrer Verabschiedung im Frühjahr vergangenen Jahres hatte Pfarrerin Bettina Roth ihren Dank so auf den Punkt gebracht: „Annegrete Spindler war immer der gute Geist.“

In ihrer Freizeit boßelt sie auch gerne – beim Esenshammer Klootschießer- und Boßelverein. Seit zehn Jahren kümmert sie sich um ihren pflegebedürftigen Mann.

Annegrete Spindler ist ein optimistischer Mensch, der auch mit Schicksalsschlägen umzugehen weiß – gemäß ihrem Lebensmotto: „Wie es kommt, so kommt es.“

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