Jever - Eine geschlossene Kneipe ist genauso ein Leerstand wie ein leerstehendes Ladenlokal des Einzelhandels. Für die ehemalige Traditionskneipe „Pütt“ am Alten Markt endet dieser Zustand am kommenden Samstag, 28. Januar, um 18 Uhr, wenn die neuen Wirte Hauke Kelterborn aus Schortens und Lukas Rohlfs aus Jever ihre „Pütt 1848“ als Bar und Café schon einmal vorab öffnen. „Da können die Jeveraner reinschnuppern, sich alles anschauen, ein Bier trinken oder eine Kleinigkeit essen“, sagt Lukas Rohlfs. Der Regelbetrieb beginne allerdings erst am Mittwoch, 1. Februar, um 12 Uhr. Dann liegen gut zwei anstrengende Monate der Vorbereitung hinter Kelterborn und Rohlfs.
Zwei Gastro-Profis übernehmen
Ihre Vorgänger waren 2020 auf Kultwirt Winfried „Winni“ Haselau gefolgt und hatten im Spätsommer 2022 ihre Kneipe „Pütt 2.0“ wieder geschlossen. Kelterborn und Rohlfs, die zuvor jahrelang für „Winni“ Haselau im Service der „Pütt“ gearbeitet hatten, wagten seinerzeit den Sprung in die Selbstständigkeit: Sie statteten an der Mühlenstraße ihre eigene Kneipe, das „Winny’s“, aus, benannt zu Ehren ihres alten Chefs. Und siehe da – der Laden läuft bis heute sehr gut. So gut, dass sie sich nun auch der verwaisten „Pütt“ angenommen haben. „Dabei war es enorm nützlich, dass wir die Erfahrung schon einmal gemacht hatten, einen Laden von Null komplett selbst auszustatten“, erinnert sich Lukas Rohlfs. Das „Winny’s“ sei in einem ehemaligen Malerbetrieb entstanden. „Wir mussten immer 100 Prozent geben, so etwas ist kein Selbstläufer“, stellt Kelterborn klar.
100 Prozent waren auch diesmal gefragt. Konzept, Mobiliar und sonstiges Interieur – alles neu. Jede Menge Eigenleistung ist in die Ausstattung geflossen.
Jever – ein guter Standort
Die mit 26 und 30 Jahren noch jungen Gründer und Wirte kennen die Stadt, das jeversche Publikum und inzwischen auch die Branche – und sie sind davon überzeugt, dass die „Pütt 1848“ auch gut laufen wird. „Die Menschen in Jever gehen gern abends noch mal raus, zum Essen in ein Restaurant, danach noch in eine Kneipe, oder tagsüber auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen in ein Café, wollen mal runterkommen“, beschreibt Lukas Rohlfs das Publikum.
Und entsprechend sieht das Konzept aus: Wer die „Pütt 1848“ betritt befindet sich nämlich nicht in einer Kneipe. „Das ist ein Ort, wo man seine Ruhe findet, ein Bier oder einen Cocktail trinkt, dazu auch gern Flammkuchen, nichts Großes“, beschreibt Kelterborn einen Teil des Angebots. Der Kaffee ist natürlich fair gehandelt.
Gediegene Lounge-Atmosphäre
Zum angenehmen Aufenthalt laden komfortable Ledersessel, -sofas und -bänke ein. Eine große bunte Pfauentapete – ein Bekenntnis zur Stadt wie auch das Gründungsjahr der Brauerei im Namen – schmückt eine Wand im hinteren Bereich, gediegene Lounge-Atmosphäre signalisiert Zwanglosigkeit. Im bisherigen „Auszeit“-Zimmer warten tiefe Sesselpolster mit bequemen Armlehnen. Kurz: Das „Winny’s“ ist die zünftige Bierkneipe für alle Altersgruppen, die „Pütt 1848“ in jedem Sinne Bar und Café. Dort wird ab kommendem Mittwoch von Freitag bis Sonntag auch ein Frühstücksbüffet angeboten.
