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Schiffbau in Edewecht Als Edewecht noch Schiffsbaumeister hatte

Günter Marken

Edewecht - In Süd Edewecht an der Vehne neben dem Kleinbahn-Wanderweg erinnert die „Edewechter Helge“ von Dr. Klaus Groh und Dieter Suhr an die Schiffsbautradition in Edewecht. Hier an der Vehne in Edewecht, kurz bevor sie in die Aue fließt, befanden sich bis zu acht Helgen, auf denen Schiffe gebaut wurden. Die Edewechter Werften hatten von der Vehne aus über die Aue, das Barßeler Tief, die Jümme und Leda einen direkten Zugang zur Ems.

Acht Schiffbaumeister

Bereits um 1568 wird in einer Urkunde „Eilert Lübbe“ aus Edewecht als Schiffsbauer erwähnt. In dem Oldenburger Landes-Adressbuch von 1839 werden unter dem Amt Zwischenahn, bestehend aus den Kirchspielen Zwischenahn mit 2953 Einwohnern und Edewecht mit 2680 Einwohnern, die Edewechter „Schiffsbaumeister“ Friedrich Bargmann, Gerd Tönnies Deye, Oltmann Reins, der auch Teerbrenner ist, und Johann Röbber aufgeführt. In dem Schifffahrts-Handbuch von 1860 werden acht Edewechter Schiffsbaumeister genannt, wobei fünf auch eine eigene Schiffsschmiede besitzen. Darüber hinaus wird D. J. Harms erwähnt, der ein Anker- und Kettenlager besitzt.

Da die Vehne und Aue keinen großen Tiefgang für Schiffe zuließen, wurden auf den Edewechter Werften insbesondere Muttschiffe und später auch Tjalken gebaut, sogenannte Plattenbodenschiffe, die keinen Balkenkiel haben und von unten sehr flach sind.

Aue Verbreitert

In einer Petition von Edewechter Einwohnern an den Oldenburger Landtag wird 1861 darauf hingewiesen, dass die Aue verbreitert werden sollte, damit die auf den Edewechter Werften gebauten Schiffe auch zur Ems überführt werden könnten. In dieser Petition wird erwähnt, dass zwischen 1849 bis 1855 in Edewecht 58 Schiffe gebaut wurden. Der Antrag wurde jedoch zunächst abgelehnt.

Erst auf der Sitzung des Oldenburger Landtags im März 1867 wurde die Petition der Edewechter nochmals intensiv diskutiert, und der Landtagsabgeordnete Ferdinand D. Brader aus Zwischenahn stellte den Antrag, die Petition anzunehmen. Brader war auch Aktionär und Direktor der von ihm 1856 mitgegründeten Oldenburgischen Reederei-Gesellschaft mit Sitz in Brake, die 1859 bereits 11 Seeschiffe besaß. Nach der Verbreiterung der Aue konnten auf den Edewechter Werften auch größere Schiffe, wie Schoner, gebaut werden.  


Schoner verschollen

So fand 1876 der Stapellauf des Schiffs „Lina“ auf der Werft von G. Tönjes Deye statt. In der regionalen Presse von 1875 wird erwähnt, dass G. Deye aus Edewecht im Februar 1875 die Prüfung für „Schiffer auf großer Fahrt“ in Elsfleth abgelegt hat und somit sein Kapitänspatent erhielt. Der Heimathafen des Schiffs „Lina“ war später in Elsfleth, aber bereits einige Jahre später galt das Schiff als verschollen.

Im Februar 1884 befasst sich das Amtsgericht Brake mit dem Fall. Das Schiff „Lina“ mit Kapitän Deye aus Elsfleth war von England nach Geestemünde, Bremerhaven, unterwegs. Auf dieser Strecke ist es verschollen, und der Verbleib konnte nicht aufgeklärt werden. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Edewecht noch Schiffe gebaut. Der Ausbau des Straßennetzes, der Eisenbahn und letztendlich der Bau des Küstenkanals führten dazu, dass der Schiffsbau in Edewecht an der Vehne nicht mehr lukrativ war.

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