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Kunst Heimatgeschichte als Skulptur

EDEWECHT - Sie hat einen steinernen Ankerplatz erhalten, der die geografischen Koordinaten 53 Grad, 6 Minuten Nord und 7 Grad 57 Minuten Ost aufweist – die riesige Skulptur, die am Donnerstag an der Landesstraße 831 kurz nach der Ortsausfahrt Edewecht Richtung Süddorf installiert wurde. Am Kleinbahnwanderweg auf einem Parkplatz für Radwanderer direkt neben der Vehne steht sie nun – das Industriedenkmal „Edewechter Helgen“, das in Form gebrachte Heimatgeschichte beinhaltet.

Erinnern soll die mehrere Meter große und rund 1,5 Tonnen schwere Skulptur aus Cortenstahl, die die Künstler Dr. Klaus Groh aus Klein Scharrel und Dieter Suhr aus Delfshausen schufen, an Edewechts Werftenzeit. Vor allem im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Edewecht nämlich ein bedeutsamer Werftenstandort in der Region. Nördlich der Vehen wurden über 120 (zum Teil hochseetüchtige) Schiffe gebaut. Unter freiem Himmel auf so genannten Helgen (offenen Schiffsbauplätzen) entstanden die Rümpfe der Segelschiffen. Einmal jährlich – um Ostern – erfolgte der Stapellauf: Dabei wurden bis zu zehn Schiffsneubauten gleichzeitig zu Wasser gelassen. Damit die Schiffsrümpfe auf „einer Welle“ durch die Aue ins Godensholter und Barßeler Tief gelangen konnten oder noch weiter über die Leda und Jümme bis nach Leer, musste das Wasser der Vehne angestaut werden. Obendrein wurden alle Brücken bis Barßel abgebaut und später wieder aufgebaut.

Ganz in der Nähe des Platzes, wo 1913 der letzte Stapellauf erfolgte, wurde das Industriedenkmal „Edewechter Helgen“ installiert, an einem „historischen Ort der Kultur, einem vergessenen Ort im Ammerland“ wie das Gesamtprojekt (Leitung: Wolfgang Hase) heißt. Diese historischen, vergessenen Orte künstlerisch wieder ins Bewusstsein bringen, hat sich der Kunstpfad, ein Verein zur Pflege der Kunst und Kultur im Ammerland, auf die Fahnen geschrieben. Diesen Sonntag, 10. Juli, soll das Industriedenkmal, ein Schiffsrumpf, der im Maßstab 1:1 einem Muttschiff nachgebaut wurde, ab 11.15 Uhr im Beisein vieler Gäste eingeweiht werden.

Der Kunstpfad

schafft im Ammerland an vergessenen Orten insgesamt vier Denkmäler, eines davon ist der „Edewechter Helgen“. Auf vielfältige Weise wurde der Verein bei dem rund 10 000 Euro teuren Edewechter Projekt unterstützt. Finanzspritzen gewährten die Oldenburgische Landschaft, die Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, die EWE-Stiftung und die Kulturstiftung Öffentliche Versicherungen Oldenburg. Bei der Umsetzung, dem Bau und der Installation der Skulptur halfen die Firmen Blancke, Eiskamp, Haskamp und Wiechmann.
Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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