Landkreis Aurich - Der Ausbau des Breitbandnetzes geht voran. Bürger wundern sich jedoch, weil das Glasfaser plötzlich auch in Straßen verlegt wird, die nach offizieller Lesart zunächst gar nicht auf dem Plan standen. Das ist beispielsweise in einem Teilstück der Süderstraße in Südbrookmerland der Fall. „Das Kabel liegt jetzt zehn Meter von meinem Haus entfernt“, sagt ein Anwohner, der offenbar aber gar nicht angeschlossen wird, obwohl er sich früh angemeldet hat. Angeblich seien die vorhandenen Anschlüsse mit 30.000 Mbit ausreichend, hieß es vor zwei Jahren bei der Ankündigung der Breitbandverlegung. Dennoch wurde das Glasfaserkabel wider Erwarten verlegt, um zum benachbarten Lengertweg zu gelangen. Die Verfügbarkeitsprüfung nach Eingabe von Straße und Hausnummer auf der Homepage von Vodafon ergibt immer noch die Information: „Glasfaser ist bei Dir erstmal nicht verfügbar!“
Glasfaser Nordwest hat in Aurich umfassende Breitbandprojekte angekündigt. Zum aktuellen Stand werden im Landkreis Aurich mehr als 25.000 Haushalte und Unternehmen mit FTTH-Anschlüssen ausgestattet.
Fünf Ausbauprojekte gibt es in Norden, drei Ausbaugebiete in Wiesmoor, zwei Ausbauprojekte in Aurich und jeweils ein Ausbaugebiet in Hage und in Lütetsburg.
Anwohner können auf der Website prüfen, ob sie in einem der Ausbaugebieten wohnen und ob sie damit die Möglichkeit haben, einen Glasfaseranschluss zu bestellen.
Im Landkreis Aurich werden zum aktuellen Stand nur diese Straßen ausgebaut und angeschlossen, die bisher auch angekündigt und somit geplant wurden.
Die Leitung wird vom Landkreis Aurich 20 Jahre an das Unternehmen Vodafone verpachtet, um zunächst 7300 von insgesamt 11 500 Haushalten zu versorgen. Zwei Drittel der Haushalte im Kreis haben sich im Vorfeld für einen Anschluss angemeldet.
Ohne Anmeldung bei Vodafone wird das Kabel nur bis zur Grundstücksgrenze gelegt. Diese Hauseigentümer können es später für 2500 Euro bis zum Haus legen lassen. Angemeldete zahlen nichts. Je nach Bandbreite kostet der Anschluss im ersten Jahr 45 Euro im Monat, im zweiten Jahr 80 Euro.
„Selbstverständlich werden durch den Ausbau des Landkreises nur jene Haushalte angeschlossen, die auch im Vorfeld einen Vertrag mit der Vodafone GmbH abgeschlossen haben“, teilt Kreissprecher Nikolai Neumayer mit. „Darüber hinaus wird niemand unwissentlich in irgendwelche Verträge überführt“, betont er außerdem.
Der Ausbau für den Landkreis Aurich ist in zwei Bereiche aufgeteilt
Der Ausbau durch den Landkreis Aurich sei in zwei Förderprojekte aufgeteilt. Aktuell laufe der Ausbau des ersten Förderprojekts. Hier stünden die Ausbaubereiche durch die abgeschlossenen Verträge schon seit einiger Zeit fest, danach seien keine weiteren Haushalte, Straßen oder Liegenschaften hinzugekommen. Parallel zum aktuellen Ausbau werde das zweite Förderprojekt geplant, das aber noch in der Planungsphase sei. Dafür wurden deshalb noch keine Verträge geschlossen, Ausschreibungen getätigt oder andere praktische Umsetzungsmaßnahmen eingeleitet. „Sobald das Ausbaugebiet final feststeht, werden die betreffenden Anlieger angesprochen und haben dann die Möglichkeit durch einen Vertragsabschluss ihren Haushalt an das neue Netz anschließen zu lassen“, so Neumayer.
Die Verträge regeln Telekom und EWE
Zu den Verträgen kann Glasfaser Nordwest keine Auskunft über die Abwicklung der Verträge geben. „Da unser Glasfasernetz Open Access ist, steht die Infrastruktur dem gesamten Telekommunikationsmarkt diskriminierungsfrei uns zu gleichen Konditionen zur Verfügung“, so Tomke Hollander. Im Landkreis Aurich können die Anwohner in den Ausbaugebieten über EWE und Telekom bestellen. In den meisten Gebieten hat die Vermarktung begonnen, sodass bereits über die Glasfaseranschlüsse und -tarife informiert wird. Die Immobilien werden dann an das Glasfasernetz angeschlossen, sobald die Anwohner einen Glasfaseranschluss und -tarif über unsere Vermarktungspartner EWE und Telekom bestellt haben. Grundlage ist das Verteilnetz, das im Voraus gebaut werden muss. „Der Verteilnetzbau läuft aktuell auf Hochtouren. Wir rechnen damit, dass das Verteilnetz in unseren aktuellen Breitbandprojekten in einigen Monaten fertiggestellt ist, sodass die Hausanschlüsse im Anschluss direkt gebaut und installiert werden“, so Hollander.
