Neerstedt/Hude - Die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg haben in der Oberliga durch einen knappen 30:28 (15:14)-Erfolg bei GW Mühlen die Tabellenführung übernommen. Der TV Neerstedt verlor 17:27 gegen den TV Dinklage und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.

TV Neerstedt - TV Dinklage 17:27 (10:8). Die Gastgeberinnen gingen hoch motiviert ins Spiel, zeigten sich in der Abwehr bissig und ließen selten Würfe auf das eigenen Tor zu. Auch der Neerstedter Angriff spielte die Kombinationen konzentriert aus und nutzte die Chancen zu Treffern. Nachdem Lisa Rangnick und Jette Weiland in der Anfangsphase für eine schnelle 2:0-Führung gesorgt hatten, kamen in der Folge aber auch die Gäste besser ins Spiel, und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Nach sehenswerten Treffern von Rangnick (2) und Nina Sempert setzten sich die Neerstedterinnen dann auf 9:6 ab. Doch nach einer Auszeit der Gäste (25. Minute) kam Sand ins Neerstedter Angriffsgetriebe. Ballverluste führten zu einigen schnellen Gegenstößen. Hier war Dinklages Jaqueline Gottkehaskamp, die am Ende 13 Treffer erzielte, überhaupt nicht zu bremsen. Trotzdem hielt Neerstedt bis zur Halbzeitpause weiter gut dagegen.

Umso unerklärlicher war es, dass das Team von Trainerin Cordula Schröder-Brockshus nach dem Seitenwechsel nicht mehr wiederzuerkennen war. Sowohl im Spielaufbau als auch im Abschluss fehlte die nötige Konzentration. So gab es etliche Ballverluste, die Dinklage konsequent über die erste und zweite Welle bestrafte. Mit sechs Treffern in Folge drehten die Gäste innerhalb von acht Minuten die Partie (10:14) und blieben auch im weiteren Verlauf der Begegnung spielbestimmend. Die Neerstedterinnen konnten den Rhythmus der Gäste nicht mehr unterbinden. Dinklage baute den Vorsprung weiter aus und war nach dem 13:22 sechs Minuten vor dem Ende bereits auf der Siegerstraße. „Auf Grund einer guten ersten Hälfte wäre mehr möglich gewesen, doch kamen wir zu Beginn der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr in die Spur“, konstatierte Cordula Schröder-Brockshus.

GW Mühlen - HSG Hude/Falkenburg 28:30 (14:15). „Wir genießen jetzt erstmal die Tabellenführung und lassen alles weitere auf uns zukommen“, meinte HSG-Trainer Lars Osterloh nach dem knappen, aber seiner Meinung nach völlig verdienten Auswärtssieg. Kurzfristig mussten die Gäste auf ihre Spielmacherin Saskia Saß verzichten. Diesen Part übernahm Kim Sanders und löste die Aufgabe mit Bravour. „Sie hat gut Regie geführt und war auch selbst immer gefährlich“, lobte Osterloh die zehnfache Torschützin. Für ihre kämpferisch starke Abwehrleistung hob er zudem Malin Blankemeyer hervor. Die quirlige Linksaußenspielerin belohnte sich zudem im Angriff mit fünf Toren.

Nach einem etwas holprigen Beginn (0:3 aus HSG-Sicht) erzielte Sanders erst nach sechseinhalb Minuten das erste Tor für Hude/Falkenburg. Mit zunehmender Spieldauer kam die HSG aber in Schwung, übernahm beim 7:6 (16. Minute) erstmals die Führung und baute diese im zweiten Abschnitt nach einem Treffer von Laura Tirschler auf 24:18 (42.) aus. Dass es danach noch einmal knifflig wurde, machte Osterloh auch an einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen fest. Mühlen kam nicht nur heran, sondern glich beim 27:27 (55.) sogar aus. Doch in der hektischen Schlussphase behielten die Gäste dank eines Doppelpacks von Katharina Stuffel zum 29:27 sowie des finalen Treffers von Sanders die Ruhe.

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)