Ahlhorn - Fast 1000 Kilometer auf einem Tieflader musste der leichte Transporthubschrauber vom Typ „Bristol 171 Sycamore“ zurücklegen, bevor er im November vergangenen Jahres auf den ehemaligen Fliegerhorst Ahlhorn zu seiner alten Wirkungsstätte zurückkehren konnte. Heimgeholt wurde das betagte Fluggerät aus Salzburg von der Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn (TGFA).
Das Weltunternehmen „Flying Bulls“ als Eigentümer hatte sich zuvor bereit erklärt, den rührigen Ahlhornern die Maschine als Dauerleihgabe für ihr neues Museum zur Verfügung zu stellen. Bereits 1957 wurde der in den 40er- Jahren entwickelte Drehflügler von der Bundeswehr beschafft.
Der Zustand der in die Jahre gekommenen Maschine bei der Anlieferung bereitete den TGFA-Mitgliedern allerdings arges Kopfzerbrechen. Es fehlten Teile vom Fahrwerk, der Heckausleger war stark beschädigt und die Cockpitverglasung zerbrochen. „So langsam nimmt das Projekt Sycamore aber Formen an“, freut der Vereinsvorsitzende Peter Pasternak aus Oldenburg. So wurden emsig Ersatzteile organisiert, Bauteile instandgesetzt, poliert und montiert. Nach vielen Arbeitsstunden konnte die Maschine nach einer vorher gegangenen Grundreinigung nun auch eine Lackierung erfahren. Hiernach stehen nun in Form eines Foliendesigns das Anbringen von Hoheitsabzeichen, Wappen und Markierungen an.
Wobei den TGFA-Mitgliedern wichtig ist, als Kennzeichen jenes anzubringen, welches die Maschine während ihrer Zugehörigkeit zur seinerzeitigen 3. Luftrettungs- und Verbindungsstaffel in Ahlhorn trug, erläutert Dieter Hasebrink aus Cloppenburg, der das Projekt leitet.
Er kümmert sich, wann immer es seine Zeit zulässt, aber noch um eine weitere „Sycamore“. Der ehemalige Luftwaffenhauptmann ist auch für die technische Betreuung der weltweit letzten, noch flugfähigen, ebenso im Besitz der „Flying Bulls“ befindlichen „Sycamore“ verantwortlich. Durchgeführt wird die Instandsetzung in Räumlichkeiten, die vom jetzigen Betreiber des riesigen Ahlhorner Areals, der Metropolpark Hansalinie GmbH, zur Verfügung gestellt werden.
In einigen Wochen, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, soll die alte „Sycamore“ neben der bereits aufgestellten Bell UH-1D vor dem geplanten Museum ihren Platz finden. Einen fliegerischen Höhepunkt dürfte die Region erfahren, wenn dem Vernehmen nach im Herbst die letzte, weltweit noch flugfähige „Sycamore“ auf dem Sportflugplatz in Staatsforsten im Nachbarlandkreis Cloppenburg einen Tankstopp einlegt.
