HANNOVER - Partei-Duell ums TV-Duell: Rund zwei Monate bevor sich Ministerpräsident Christian Wulff und sein Herausforderer Wolfgang Jüttner im Fernsehen streiten wollen, streiten CDU und SPD um den Auftritt. Dabei geht es weniger um den eigentlichen Termin. Die beiden Kontrahenten und der Sender NDR haben sich auf den 23. Januar verständigt vier Tage vor der Landtagswahl.
Für das Vorbereitungsgespräch finden die Beteiligten allerdings keinen gemeinsamen Nenner. Die SPD macht die CDU dafür verantwortlich. Im Umfeld von Jüttner wird von Hinhaltetaktik gesprochen. Die Regierungspartei hält dagegen: Das Vorgespräch findet statt, sagte CDU-Sprecher Thomas Philipp Reiter. Der medienunerfahrene Jüttner sei offenbar hypernervös.
Fakt ist: Auch nach zwei Monaten gibt es keinen festen Termin. Bei dem Vorgespräch sollen vor allem organisatorische Fragen geklärt werden. Beide Kandidaten können ihre Wünsche und Forderungen äußern. Anfang Oktober hatte der NDR erstmals bei der SPD nach möglichen Terminen angefragt, später auch Vorschläge gemacht. Die blieben zunächst offenbar in der Staatskanzlei liegen. Weil Regierungssprecher Olaf Glaeseker im Urlaub sei, teilte der Sender den Sozialdemokraten mit. Die Staatskanzlei war allerdings der falsche Ansprechpartner, weil Wulff bei der Wahl nicht als Regierungschef, sondern als CDU-Chef antritt. Doch auch im Wilfried-Hasselmann-Haus ignorierte man die Wünsche zunächst.
Es ist ziemlich deutlich, dass auf Zeit gespielt wird, erklärte ein SPD-Politiker. So unprofessionell könne die CDU-Wahlkampfzentrale nicht sein. Jüttner, der Wulff zum TV-Duell herausgefordert hatte, fürchtet offenbar, dass der Ministerpräsident sich mit Hilfe der Staatskanzlei kurzfristiger vorbereiten kann. CDU-Mann Reiter hält dagegen. Warum sollen wir das verschleppen? Er sehe blanken Angstschweiß bei Jüttner. Man habe mit dem NDR abgesprochen, dass ein Termin nach dem CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember gefunden werden solle. Ein Datum gibt es aber nicht zu vermelden.
