SPENGE - Schon beim Aufwärmen präsentierte sich das Kalafut-Team kämpferisch. Noch vier Punkte können in den beiden Heimspielen bis Weihnachten geholt werden.

Von Maik Michalski

SPENGE - Glückliches, aber verdientes Ende für die Vareler Handballer: Mit 27:26 Toren gewann die HSG das wichtige Kellerduell in der 2. Bundesliga beim TuS Spenge in buchstäblich letzter Sekunde und ist nun auf dem Weg ins Erdgeschoss der Tabelle. Es war ein Spiel mit Höhen und Tiefen, dass zur Gegend passte: Im Ravensberger Hügelland zwischen dem Teuteburger Wald und dem Wiehengebirge versperrten die Vareler den Gastgebern anfangs in der Deckung gut den Weg. Der Mittelblock mit Ralf Koring, Milan Králik, Helge Janßen und Thomas Lammers hatte in der Stadt der zwei Wasserburgen die „Zugbrücke“ förmlich hochgezogen, nur Spenges Linkshänder Stefan Dessin traf immer wieder über die Mauer. Dass die Westfalen dennoch mit vier Toren in Führung gehen konnten, verdankten sie der Schwäche der Vareler Außen (Tobias Weihrauch verwarf häufig und Evgeny Vorontsov versuchte es erst gar nicht). So musste es der Rückraum (allen voran Lammers, den man selten so kämpferisch erlebt hat)

richten, der sich aber in der Spenger Deckung verhedderte oder Torwart Carsten Mundheck warm warf. Dennoch schafften die Vareler trotz vier Toren Rückstands und häufiger Unterzahl bis zur Pause den Ausgleich (14:14), weil die Abwehr weiter beweglich blieb und sich so auch Chancen für einfache Tore ergaben.

In der zweiten Halbzeit stellten die Spenger auf eine 5:1-Deckung um, was den Varelern entgegenkam. So gab es mehr Freiräume für die Rückraumspieler (vor allem Arek Blacha und Thomas Lammers) und für Kreisläufer Ralf Koring, der am Kreis wahre Furchen lief, um den Ball zu bekommen. Als sich dazu noch Torwart Christoph Dannigkeit von einer guten auf eine sehr gute Leistung steigerte, holten sich die Vareler die Führung und bauten sie auf fünf Tore aus. Im Gefühl des sicheren Sieges gingen die Spieler von Trainer Peter Kalafut schlampig mit ihren Möglichkeiten um. Das war der tiefste Punkt im Vareler Spiel. Technische Fehler, Stürmerfoul, Fehlpässe im Angriff - geistige Aussetzer in der Abwehr: Und schon war der Ausgleich da. Doch am Ende erzwang Varel das Glück und gewann verdient.


Es war ein Sieg ohne Außenspieler, mit erneut zwei von zwei verworfenen Siebenmetern (Varel dürfte die schwächste Quote an 7m-Toren in der Liga haben), einem Angriffshänger Mitte der ersten Halbzeit und kraft- und ideenlosen fünf Minuten am Ende. Thomas Schützmann und Jochen Toepler hätten zwischendurch ebenso eingewechselt werden müssen wie Bogdan Mihai in der Schlussphase, als einfache Tore gefragt waren.

Dennoch sprang am Ende ein wichtiger Auswärtssieg heraus, der sieben Punkte Polster zu den beiden Abstiegsplätzen gebracht hat.

Und vielleicht kann Trainer Peter Kalafut nach einer Trainingswoche mit Spaß und Lockerheit, die den Nerven der Spieler sichtlich gut getan hat, in den Tagen vor den Heimspielen gegen Emsdetten (am Sonnabend) und Hamm (20. Dezember) Siebenmeter üben lassen.