Wilhelmshaven - Ein richtig dickes Ausrufezeichen haben die Fußballer des VfL Wildeshausen gleich in ihrem ersten Pflichtspiel des Jahres unter freiem Himmel gesetzt: Der Spitzenreiter der Bezirksliga gewann am Sonntagvormittag sein schweres Heimspiel beim Tabellendritten WSC Frisia Wilhelmshaven mit 4:1 (1:1) und untermauerte damit eindrucksvoll seine Ansprüche auf die Meisterschaft.

„Irgendwie war es ein komisches Fußballspiel, aber in den entscheidenden Momenten waren wir da“, berichtete VfL-Trainer Marcel Bragula, gab aber auch zu, dass „das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen“ sei. Gerade in dieser Höhe hatten er und sein Co-Trainer Patrick Meyer einen Sieg ihrer Wildeshauser sicherlich auch gar nicht erwartet, zumal sie auf mehreren Positionen Umstellungen vornehmen mussten. Besonders gravierend traf es die Abwehr, wo mit Thorben Schütte und Marius Krumland beide Innenverteidiger ausfielen. Zudem fehlten Hauke Glück, Sebastian Bröcker und Michael Eberle. „Das war schon ein Pfund“, sagte Bragula. Dennoch habe seine Mannschaft – jetzt mit Alexander Kupka und Christoph Stolle im Abwehrzentrum sowie dem gelernten Stürmer Lennart Feldhus auf der für ihn ungewohnten Sechserposition – gerade die Defensivaufgaben gut gelöst.

In der ausgeglichenen ersten Halbzeit gingen die Gastgeber zunächst durch einen von Tim Rister verwandelten Strafstoß in Führung (25. Minute). Feldhus hatte zuvor David Sorg gefoult. Doch vom Rückstand zeigte sich der Tabellenführer nicht geschockt – im Gegenteil: Keine zehn Minuten später gelang Robin Ramke nach starkem Gegenpressing der Ausgleich, ehe Ole Lehmkuhl in der 42. Minute das 2:1 für den VfL erzielte. Von der halbrechten Angriffsseite zog Lehmkuhl nach innen, nahm dann mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß Maß und traf unhaltbar in den Winkel. „Ole war heute unser bester Spieler“, lobte Bragula seinen Mittelfeldakteur, der insbesondere durch hohe Laufbereitschaft und großen Einsatz glänzte.

Dass es bei der knappen Führung zur Pause blieb, hatte der VfL seinem Torhüter Sebastian Pundsack zu verdanken, der in der 45. Minute eine 1:1-Situation gegen Frisia-Torjäger Rister klärte. Umkämpft ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter: Die Platzherren versuchten zwar auf den Ausgleich zu drücken, richtig zwingend waren ihre Offensivaktionen aber nicht. Dafür schlug Wildeshausen gnadenlos zu, wobei Bragula und Meyer mit der Einwechslung von Rene Tramitzke ein glückliches Händchen bewiesen. Gerade drei Minuten auf dem Feld, bereitete der 25-Jährige per Kopfballverlängerung das 3:1 durch Feldhus vor (82.). Weitere zwei Zeigerumdrehungen später sorgte Tramitzke selbst mit seinem Kopfball nach Schneider-Ecke für die Entscheidung.

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)