Ganderkesee - Imke Högermann kennt das. Wenn Menschen älter werden, dann „passt“ oft einiges in ihrer Wohnung nicht mehr. Da können die Stufen am Eingang nicht bewältigt werden, da ist der Einstieg zur Dusche zu hoch oder überhaupt das Badezimmer nicht barrierefrei. Menschen mit Pflegestufe, so sagt die Pflegefachkraft bei der AOK, haben in vielen solcher Fällen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Wie das Wohnumfeld dabei gestaltet werden kann, zeigte Högermann jetzt in einem Kursus in den Ausstellungsräumen „erlebnisreisch“ der Tischlerei Franz Reisch.

„Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ – so nennt die Pflegeversicherung die Veränderungen, die es möglich machen sollen, dass Menschen auch bei Handicaps zu Hause wohnen bleiben können. Die finanzielle Unterstützung gebe es schon seit 20 Jahren, allerdings seien die Fördersätze mit Wirkung vom 1. Januar 2015 deutlich erhöht worden, so ein Hinweis von Högermann. Nach „alter“ Regelung seien bis zu 2557 Euro pro Maßnahme gezahlt worden, jetzt seien 4000 (bei Ehepaaren 8000) Euro möglich.

Was bezuschusst wird, sei von den jeweiligen Erkrankungen beziehungsweise Einschränkungen abhängig. Am häufigsten würden Umbauten in Bädern, der Einbau von Treppenliften oder Handläufe und Geländer bezuschusst.

Viele Menschen, so schildert Högermann ihre Erfahrungen, wollten im Alter keine Veränderung ihres Umfeldes. Da könne es helfen, sich in Kursen wie dem in der Ausstellung der Tischlerei Reisch selbst ein Bild vom Ziel der Maßnahme zu machen.


Tischlerei und AOK wollen beobachten, wie die Kurse angenommen werden. Wenn die Resonanz gut sei, könnten die Kurse zweimal jährlich angeboten werden, sagten Högermann und Ursula Reisch.