Wildeshausen - Keine guten Nachrichten für die Wildeshauser Innenstadt: Gleich mehrere neue Leerstände drohen. Seit Donnerstag prangen in den Schaufenstern der Kaufhauskette NKD Schilder mit der Aufschrift „Räumungsverkauf“. Damit bestätigen sich Gerüchte, die schon länger in der Stadt die Runde machen. Noch vor einer Woche hieß es bei NKD auf Nachfrage der NWZ, dass es keine Pläne gäbe, die Wildeshauser Filiale zu schließen. Wie es zu dem Sinneswandel kam? In der Pressestelle des Unternehmens war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Fakt ist, dass bei NKD derzeit eine Neustrukturierung in Gange ist. Maßgeblich beteiligt an dem Filialisten (2000 Läden, 7000 Mitarbeiter) aus der Nähe von Bayreuth ist die Familie Daun aus Rastede. Die hatte vor einigen Monaten ihren Rückzug aus dem Unternehmen angekündigt.

Was nach dem Räumungsverkauf in den Geschäftsräumen an der Westerstraße passiert, ist unklar.

Auch ein paar Meter weiter gibt es eine Schließung. Ende Januar verlässt das „Süße Kaufhaus“ die Westerstraße. Wie aus gut informierten Kreisen verlautet, ist ein Goldan- und -verkäufer bislang der einzige Mietinteressent für die Räumlichkeiten in bester Lage.


Auf der gegenüber liegenden Straßenseite schließt demnächst die Boutique „Für Sie“ ihre Pforten (die NWZ  berichtete). Sie befindet sich im Insolvenzverfahren. Der Insolvenzverwalter versucht, einen Nachfolger zu finden.

Und auch nagelneue Immobilien scheinen keine Investoren in die Innenstadt zu locken. So steht die Ladenfläche im Neubau gegenüber vom historischen Rathaus seit Monaten leer. Ganz zu schweigen von etlichen weiteren Ladenlokalen in der Wester- und Huntestraße. Mit Bilder- und Verkaufsausstellungen oder attraktiven Fotomotiven in den Schaufenstern wird immerhin zum Teil etwas „Leerstandskosmetik“ betrieben.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland