Oldenburg - Superschnell ins Internet mit Glasfaser, dafür wird seit Jahren geworben. Doch der Weg dorthin ist mitunter das Gegenteil von superschnell. Der Oldenburger Max S. etwa hatte im März 2021 einen Anschluss beantragt. Am Haus und an der Straße seien seitdem alle Leitungen verlegt worden. Doch auf schnelles Netz wartet er bis heute – und mit ihm Tausende weitere Oldenburger.
Zuständig für den Ausbau ist das Unternehmen Glasfaser Nordwest, eine gemeinsame Tochter von EWE und Telekom. „Wir haben zurzeit sechs Ausbauprojekte in Oldenburg“, erklärt Sprecherin Tomke Hollander auf Anfrage: Bloherfelde/Eversten (6500 Haushalte und Unternehmensstandorte), Dobbenviertel (6900), Dietrichsfeld/Rauhehorst (3800), Eversten (6000), Ohmstede (3700) und Osternburg (2300). „Alle Projekte befinden sich im Zeitplan.“ Ob noch weitere folgen, sei derzeit noch nicht klar.
Zunächst Verteilnetz
Gestartet worden sei mit dem Verteilnetzbau im Sommer 2020 im Dobbenviertel, 2021 folgten Eversten und Bloherfelde/Eversten, 2022 dann Osternburg und Ohmstede. Nur in Letzterem konnten demnach die Bauarbeiten auf öffentlichem Grund nicht abgeschlossen werden. Dies soll bis zum Frühjahr dieses Jahres passieren. „In dem Gebiet Dietrichsfeld/Rauhehorst sind wir dagegen noch nicht ganz so weit – hier sind die Tiefbauarbeiten für das Verteilnetz erst vor wenigen Wochen gestartet“, so Hollander.
Seit 2022 steht auch der Bau der Hausanschlüsse im Fokus, was 2023 noch intensiviert werden soll. Täglich werden Kunden ans schnelle Netz angeschlossen, heißt es. Mehr als 1000 Anschlüsse seien bereits fertiggestellt. Wie viele pro Tag derzeit dazukommen, konnte Hollander nicht sagen.
Für die direkte Kommunikation mit den Kunden über den Ausbaustand sind laut Glasfaser Nordwest übrigens EWE und Telekom, bei denen man die Anschlüsse bestellt, zuständig. Aufgrund sehr begrenzter Baukapazitäten und der vielfältigen Baumaßnahmen können zwischen dem Bau des Verteilnetzes und des Hausanschlusses einige Monate liegen, so EWE-Sprecher Mathias Radowski. Eine Auskunft über den geplanten Bautermin und den Zeitraum der Produktaktivierung sei aufgrund der großen Zahl der Maßnahmen nicht immer möglich. Man arbeite an einem möglichst transparenten Prozess und sei für die Kunden im Shop, telefonisch über die Glasfaser-Hotline (Tel. 0441/8000-4727), per Mail oder per Brief erreichbar.
Telekom sieht’s anders
Die Telekom hat indes eine andere Ansicht zur Zuständigkeit. Zu Informationen zum Produkt oder zum Vertrag gebe man Auskunft. „Fragen zum eigentlichen Bau des Hausanschlusses bzw. zur Installation übernimmt die Glasfaser Nordwest“, teilt Sprecherin Stefanie Halle mit.
