CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - „Mir geht’s gut, ich fühl mich wohl!“ Unter dieser Überschrift mixen sich Mädchen und Jungen in der Kindertagesstätte (KiTa) „Sonnenblume“ am Wallfahrtsweg in Cloppenburg einen „grünen Frosch“. Ein gesundes Getränk, das die Kleinen mit verschiedenen Lebensmitteln selbst herstellen. Das stärkt die Selbstständigkeit und fördert die Mitverantwortung in der Gruppe und ist nur eines von diversen pädagogischen Projekten.
Die KiTa, einst als Kindergarten gestartet, feiert heute ihr zehnjähriges Bestehen. Die „Sonnenblume“ war der erste städtische Kindergarten in Cloppenburg und seinerzeit – ein Novum – in einem Baugebiet platziert worden, das gerade erst in der Entstehung war. Um den Kindergarten herum entwickelte sich quasi das Wohngebiet. Heute besuchen 88 Mädchen und Jungen täglich die „Sonnenblume“. Acht pädagogische Fachkräfte kümmern sich um 75 Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die in drei Gruppen aufgeteilt sind. Dazu gesellen sich 13 Kinder unter drei Jahren in der neuen Kinderkrippe, einem Pilotprojekt der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis seit August des Jahres. Dieses Pilotprojekt ist aufgrund der Kosten und der beschränkten Öffnungszeiten allerdings politisch umstritten. Für die KiTa selbst war es eine „zukunftsorientierte Lösung“.
Das Team der „Sonnenblume“ versteht die Einrichtung als eine familienergänzende Tagesstätte. Die Mitarbeiterinnen unter Führung von Hedwig Meyer-Rau nennen das eine erweiternde und ausgleichende Mitverantwortung für den Entwicklungsverlauf der Kinder.
Im Zentrum der Krippen- und Bildungsarbeit steht das Spiel als wichtigste Möglichkeit des Lernens. Denn „eine gute Spielfähigkeit führt zu einer guten Schulfähigkeit“, weiß Hedwig Meyer-Rau. Flankiert wird das Spielerische durch vielseitige Lern- und Erfahrungsaktivitäten – vom interkulturellen Miteinander bis zu monatlichen Waldtagen. Der kontinuierliche Austausch mit den Eltern erleichtere zudem die individuelle Arbeit und wirke sich positiv auf die Gesamtentwicklung des Kindes aus, betont Meyer-Rau.
Ungetrübt ist die Lage aber nicht: Dem Personal bleibt, politisch gewollt, immer weniger Zeit für individuelle Betreuung. Eine Qualifizierung läuft in der Freizeit. Und das angesichts steigender Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern.
