Ganderkesee - Geldbeträge sind bei diesem Wettbewerb nicht zu gewinnen. Nur die Ehre zählt. Trotzdem: Der „Große Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung sei „der bundesweit begehrteste Unternehmenspreis“, sagt Jury-Mitglied Detlef Kahrs. Zur Wettbewerbshalbzeit war Kahrs am Mittwoch nach Ganderkesee gekommen. Der Anlass: Die Tischlerei Franz Reisch hat die zweite von drei Stufen des Wettbewerbs erreicht – zählt mithin zum exklusiven Kreis der Titel-Aspiranten.
Schon die Nominierung zu dem Wettbewerb, die im Fall der Tischlerei Reisch durch die Handwerkskammer erfolgt war, „ist eine Auszeichnung“, attestierte Kahrs. Unternehmen, die dann die zweite Stufe erreichen und damit auf die so genannte Juryliste kommen, „weisen besondere Kompetenzen vor“. Aus diesen Firmen wählen die Juroren die Preisträger und Finalisten aus. Die Preisverleihungen selbst finden wieder im September und Oktober statt.
An dem Wettbewerb hatten sich in diesem Jahr bundesweit 4555 Unternehmen beteiligt – so viele wie nie zuvor in der 20-jährigen Geschichte des Preises. Davon haben 866 die vorletzte Wettbewerbsstufe erreicht. Was den Bereich Niedersachsen/Bremen angeht, hätten etwa 200 Firmen den Hut in den Ring geworfen. Exakt 50 – darunter die Franz Reisch GmbH – seien in die Juryliste aufgenommen worden.
Für die Bewertung der Unternehmen sind fünf Kriterien ausschlaggebend. So wird erstens die Gesamtentwicklung beleuchtet, zweitens die Schaffung beziehungsweise Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Drittens geht es um Modernisierung und Innovation, viertens um das Engagement in der Region, fünftens um Service, Kundennähe, Marketing.
Was zum Beispiel den Punkt „Modernisierung und Innovation“ angeht, habe das Unternehmen mit seiner Musterwohnung im Neubau Grüppenbührener Straße 30 „ein Paradebeispiel“ geliefert, bescheinigte Kahrs. Aber auch bei den anderen Punkten habe die Firma punkten können. „Sie haben gute Chancen“, sagte Kahrs zu den Eheleuten Reisch.
1981, so sagte Franz Reisch, habe er den Betrieb von seinem Vater übernommen, mit damals zwei Mitarbeitern. Heute habe der Betrieb 14 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende.
