Hurrel - Um sich persönlich ein Bild von der Situation in der Landwirtschaft, vor allem beim Thema Milch, zu verschaffen, war Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU) anlässlich des Tags der Milch am Freitagmorgen zu Gast auf dem Hof der Familie Wieting in Hurrel. Dort gibt es seit zwei Jahren eine Milch-Tankstelle, wo die Kunden an einem Automaten ihre Rohmilch direkt vom Erzeuger abfüllen können.
Dieses Angebot wird laut Betreiber Wilfried Wieting, der den Familienbetrieb in dritter Generation führt, gut angenommen: „Pro Tag füllen sich die Kunden zwischen 30 und 60 Liter ab. Die Zahlen schwanken häufig, da viele auf Vorrat kaufen.“ Rund acht solcher Milchtankstellen gibt es im gesamten Landkreis. Wieting hat, Milchautomat, Hütte und Pflasterung mit eingerechnet, rund 25 000 Euro investiert. Die Milch verkauft er für einen Euro pro Liter, wobei die Kunden die Füllmenge bestimmen.
„Milch ist ein wichtiges Lebensmittel und die Kühe auf der Weide prägen das Landschaftsbild der Region. Sehr positiv ist dabei auch, dass landwirtschaftliche Betriebe sich in den vergangenen Jahren immer weiter für Bürger geöffnet haben“, betonte Grotelüschen, die auch Ernährungswissenschaftlerin ist. Einrichtungen wie Milch-Tankstellen begrüßt sie ebenfalls, weil die Landwirte hier einen fairen Preis bekommen: „Die Tiere müssen 24 Stunden lang versorgt werden. Dies hat seinen Preis, und der muss auch beim Erzeuger ankommen“, sagte die Abgeordnete.
Dennis Wieting, Sohn von Wilfried Wieting, nennt einen Fakt, der die für viele Milcherzeuger schwierige Situation verdeutlicht: „Wir bekommen den gleichen Preis wie 1995, sollen aber auch noch auf Naturschutz und viele weitere Dinge achten.“ Dazu komme, dass die Preise instabil seien und sich monatlich änderten, wodurch die Landwirte schwer kalkulieren könnten.
