Oldenburg - Für die Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Oldenburg gab es im vergangenen Jahr deutlich mehr zu tun: Die Zahl der Fälle stieg von 55 116 im Jahr 2013 auf 58 836 Verfahren. „Eine plausible Erklärung dafür haben wir allerdings nicht“, erklärte der leitende Oberstaatsanwalt Roland Herrmann beim Jahrespressegespräch am Mittwoch.

Im Vergleich zum Vorjahr seien die Verfahrenszahlen in fast allen Bereichen gestiegen. Einer der größten Bereiche ist der Verkehr: 12 779 Fälle behandelten die Staatsanwälte 2014. Das sind etwas mehr als 2013. Eher geringfügig – um etwa 150 Fälle im Vergleich zum Vorjahr – stieg die Zahl der vorsätzlichen Körperverletzungen auf 5778.

Ein Trend zeichnet sich in den Bereichen Diebstahl und Unterschlagung (8476 Verfahren) und Betrug und Untreue (12 141 Verfahren) ab: Während erstere schon seit längerem abnehmen, nehmen die Fälle von Betrug und Untreue zu. Der Grund dafür liegt laut Herrmann in der Internetkriminalität: „Es ist bequemer zu Hause am Computer etwas zu machen, als irgendwo einzubrechen und zu stehlen. Und es scheint sich auch herumzusprechen, wie man so etwas erfolgreich macht. Das ist ein bundesweiter Trend.“

Um rund 400 Fälle nahmen die Verfahren im Bereich des Betäubungsmittelgesetzes zu. Ihre Zahl lag 2014 bei 3858. Hierbei komme es aber auch stets darauf an, wie stark die Polizei in diesem Bereich ermittele, da Hinweise aus der Bevölkerung eher selten seien, erläuterte Herrmann.


Außerdem wurde im Vorjahr entschieden, die Justizbehörden an ihrem Standort zu erhalten und kein neues Justizzentrum aufzubauen. Die ersten Auswirkungen machen sich bereits bemerkbar: So wird das Gebäude der Staatsanwaltschaft saniert. Was mit der leerstehenden JVA passieren soll, steht noch nicht fest. Ein weiteres Thema bei der Jahresbilanz war die Arbeit der Zentralstelle für Landwirtschaftsstrafsachen.