Bad Zwischenahn/Goldenstedt - Die Rügenwalder Mühle hat erstmals mehr vegane und vegetarische Produkte verkauft als klassische Fleisch- und Wurstwaren. Das Geschäft mit Fleischalternativen wächst so stark, dass sich das Unternehmen aus Bad Zwischenahn erneut vergrößert, nachdem vor Kurzem ein neuer Standort in Wilhelmshaven gestartet war.
Noch in diesem Jahr will Rügenwalder auch in Goldenstedt im Landkreis Vechta produzieren, hieß es am Montag bei der Vorlage der Jahreszahlen. Dafür hat das Unternehmen zum Mai ein Werk mit 8000 Quadratmetern samt Mitarbeitern übernommen und in eine Tochtergesellschaft überführt. Zunächst sollen zwei Produktlinien an den Start gehen, in den kommenden Jahren soll die Produktion weiter ausgebaut werden. Damit sei die Suche nach neuen Standorten noch nicht abgeschlossen.
Kräftiges Umsatzplus
„Wir freuen uns, dass wir vor allem im Bereich der Fleischalternativen weiterhin auf Wachstumskurs sind. Jetzt gilt es, die Kapazitäten weiter auszubauen“, sagte Rügenwalder-Chef Michael Hähnel.
Im vergangenen Jahr beschäftigte Rügenwalder 851 Mitarbeiter – 9,5 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 12,7 Prozent auf 263,3 Millionen Euro. Zum Gewinn äußerte sich Hähnel nicht. Insgesamt setzte der Lebensmittelhersteller mit rund 35 000 Tonnen 13,6 Prozent mehr ab. Im Geschäft mit Fleischersatz bauten die Bad Zwischenahner ihre Marktführerschaft nach eigenen Angaben weiter aus. Während der Gesamtmarkt gegenüber dem Vorjahr um 33,2 Prozent gewachsen sei, steigerte Rügenwalder den Absatz der Veggie-Produkte um 41,6 Prozent.
Bei den Wurstwaren gab es hingegen leichte Einbußen, teilte das Unternehmen mit. In dem Segment sei der Absatz um 1,9 Prozent gesunken, der Gesamtmarkt um 3,9 Prozent geschrumpft.
Eigener Soja-Anbau
Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen zeigte sich Hähnel optimistisch. So sei auch die Neuordnung der Lieferketten, etwa mit dem Anbau von eigenem Soja in Deutschland, angesichts der verschärften Situation bei den Rohstoffen ein Erfolg.
