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Katholische Kirche Sandkrug Sankt Ansgar: Bauarbeiten am neuen Glockenturm laufen

Die Arbeiten an dem neuen Glockenturm vor der katholischen Kirche in Sandkrug haben am Dienstag begonnen. Für die Zimmerer Thorsten Falk, Tobias Bleydorn (von links) und Matthias Steenken (nicht im Bild) keine alltägliche Aufgabe.

Die Arbeiten an dem neuen Glockenturm vor der katholischen Kirche in Sandkrug haben am Dienstag begonnen. Für die Zimmerer Thorsten Falk, Tobias Bleydorn (von links) und Matthias Steenken (nicht im Bild) keine alltägliche Aufgabe.

Werner Fademrecht

Sandkrug - Das Dreieck aus Holz schwebt wenige Zentimeter über dem Boden. Zwei Teleskoplader halten die kostbare und rund eine Tonne wiegende Fracht an mehreren Drahtseilen. Zimmerer Matthias Steenken und seine Kollegen treffen die letzten Vorbereitungen zum Aufstellen der Konstruktion.

In Sandkrug haben vor der katholischen Kirche St. Ansgar an der Bahnhofstraße am Dienstagvormittag die Arbeiten an dem neuen Glockenturm begonnen.

Bis zum Ende des Tages sollen insgesamt vier Leimbinder aus europäischem Lärchenholz zusammengebaut und auf Betonsockeln verankert sein, so zumindest die Planung. Die beiden über 200 Kilogramm schweren Kirchenglocken, deren Bergung einige Probleme bereitete, liegen zurzeit noch in Vechta, dem Sitz des Bischöflich Münsterschen Offizialats. Nach Sandkrug angeliefert werden sie am Donnerstag, damit die Spezialfirma Iversen Dimier (Hamburg) sie dann in den neuen Glockenkäfig einbauen kann. Die Gesamtkonstruktion wird am Ende 6,5 Tonnen wiegen.

Morsches Vorbild

Blick zurück: Im Juli 2020 musste die katholische Kirche ihren alten Holzturm abreißen lassen, weil die Holzträger morsch geworden waren. „Schuld war der alte Anstrich, der das Material luftdicht versiegelt hatte“, so Pfarrer Christoph Sibbel. Der Wunsch nach einem schnellen Ersatz erfüllte sich nicht. Der ursprünglich kalkulierte Preis für den Neubau verdoppelte sich in der Pandemie auf jetzt über 100 000 Euro. In Gesprächen mit Hattens Bürgermeister Guido Heinisch fiel der am Ende erfolgreiche Ratschlag, finanzielle Unterstützung aus dem sogenannten „Leader“-Topf zu beantragen. Dahinter verbirgt sich ein EU-Fonds, der „die Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten, das Miteinander stärken und die Zukunftsfähigkeit von Dörfern sichern soll.“ Knapp 70 000 Euro erhält die Kirche aus diesem Topf, so Küsterin Angela Martin.

Holz kann atmen

Die neuen Leimbinder, die wie ihr Vorgänger etwas über 19 Meter lang sind, sind durch einen „offenen Anstrich“ vor der Witterung geschützt und können deshalb „atmen“, wie es Zimmerer Matthias Steenken (Grotelüschen & Hallo, Dötlingen) beschreibt. Einen Glockenturm zu bauen, ist für ihn und seine Kollegen Tobias Bleydorn und Thorsten Falk eine Premiere. „Ein cooles Projekt“ freut sich der Kirchhatter.

Wenn in den nächsten Tagen alles glattgeht, dann könnte auch die Hoffnung der Kirchengemeinde in Erfüllung gehen. „Wir möchten den neuen Glockenturm gerne am 1. Advent, zum Beginn des neuen Kirchenjahrs einsegnen“, verrät Pfarrer Sibbel. Dann wird auch wieder das 1,75 Meter große Kreuz aus Nirosta, das am 1. November 1985 von Kunstschmiedemeister Heino Kieselhorst aus Hatterwüsting auf die Spitze des alten Glockenturms gestellt worden war, auf seinem Nachfolger prangen.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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