FRIESOYTHE/GEHLENBERG - Das Friesoyther Unternehmen Biogas Weser Ems GmbH & Co. KG weitet sein Engagement im europäischen Ausland aus und plant gemeinsam mit Partnern den Bau einer ersten Biogasanlage in Polen. Dazu hat die von Hans Gehlenborg und Klaus Hanneken betriebene Friesoyther Firma mit weiteren Gesellschaftern ein Partnerunternehmen in Polen gegründet. Am Mittwoch informierten sich polnische Investoren und Vertreter von Genehmigungsbehörden und Kommunen in Gehlenberg und besichtigten Biogasanlagen in der Region.

Fünf Millionen Euro

Neben Gehlenborg und Hanneken sind zwei polnische Gesellschafter, das Biogasunternehmen NEF GmbH aus Cappeln sowie Waldemar Plottnik als Geschäftsführer an dem Unternehmen „Biogaz Tech“ in Polen beteiligt. Die Firma plant den Bau mehrerer Biogasanlagen in Polen und will im nächsten Jahr in eine erste Anlage mit einer Leistung von einem Megawatt bis zu fünf Millionen Euro investieren. Die Anlage soll mit Fetten, Flotaten sowie Mist und Gülle betrieben werden. Hans Gehlenborg: „Eine Beschickung mit nachwachsenden Rohstoffen ist wegen fehlender staatlicher Förderung dort nur bedingt möglich. Wir müssen also auf organische Abfälle zurückgreifen.“

Grundsätzlich sehen Gehlenborg und Plottnik einen wachsenden Markt für den Bau ihrer Anlagen in Polen. Plottnik: „Bislang gibt es in Polen erst vier Biogasanlagen. Die Regierung setzt jedoch auf diese alternative Energiegewinnung. In den kommenden Jahren sollen dort landesweit rund 2000 Biogasanlagen entstehen.“ Nach Ansicht von Gehlenborg sind die Marktchancen in Polen gut: „Wir leisten dort bereits echte Pionierarbeit.“ Eindrücke vom Betrieb einer Biogasanlage, die mit nachwachsenden Rohstoffen gefahren wird, sammelten die Besucher aus Polen am Mittwoch in Gehlenberg. Dort besuchten sie eine von Landwirt Hinnerk Esters betriebene Anlage. Esters: „Wir benötigen jährlich den Mais von 160 Hektar, um die Anlage betreiben zu können.“


Zehn Millionen Euro

Biogas Weser Ems ist bereits – wie berichtet – nicht nur auf dem deutschen Markt aktiv, sondern auch in Ungarn, Italien und England. In diesen drei Ländern entstehen derzeit nach Angaben des Unternehmens Biogasanlagen mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro.