Sandkrug - Vor zwei Monaten entschlossen sich die Verantwortlichen der TSG Hatten-Sandkrug, Bewegung in das Thema Inklusion zu bekommen. „Wir wollten den Begriff Inklusion nicht in leere Worthülsen verpacken, sondern auch anfangen, Leben in die Sache zu bekommen“, erklärt Finanzvorstand Jörg Skatulla. Gesagt, getan: Seit zwei Monaten hilft deshalb Alexandra Post bei der TSG regelmäßig in der Geschäftsstelle und am Empfang aus.

Die 31-jährige Praktikantin hatte sich bei den Gemeinnützigen Werkstätten in Sandkrug für ein Außenpraktikum beworben. Rasch kam der Kontakt zum Sportverein zustande. Nun arbeitet Alexandra Post täglich acht Stunden bei der TSG und hilft bei Bürotätigkeiten und im sportlichen Betrieb mit. Sie begleitet unter anderem eine Kinder-Turngruppe oder betreut die jüngsten Fußballer. „Bei den Kindern kommt Alexandra sehr gut an“, freut sich Sabine Munkewarf, die die 31-Jährige bei der TSG betreut.

„Die Chemie stimmt einfach“, freut sich auch Angela Ziegler, die die Praktikantin in Sandkrug im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Gemeinnützigen Werkstätten betreut. Einmal in der Woche besucht Angela Ziegler die 31-Jährige und tauscht sich mit ihr über ihre gemachten Erfahrungen aus.

Vor über einem Jahr traten die TSG und die Gemeinnützigen Werkstätten zum ersten Mal in Kontakt. Nach mehreren Treffen waren sich beide Seiten schnell einig: Das Thema Inklusion muss endlich angestoßen werden. Auch wenn Post die erste Praktikantin dieser Art ist, scheint vieles bereits richtig zu laufen. „Wir befinden uns natürlich erst am Anfang und müssen noch schauen, was wir für die Praktikanten tun können. Mit dem Lauf der Zeit erkennen wir immer besser, worauf es ankommt. Wir müssen voneinander lernen“, bilanziert Vereinsmanager Robert Langner die ersten zwei Monate.


Alexandra Post soll nicht die einzige Mitarbeiterin aus den Reihen der Gemeinnützigen Werkstätten bleiben, die bei der TSG ihre Chance erhalten soll. „Momentan platzen wir aus allen Nähten. Nach dem Neubau des Sportzentrums, der in zwei Jahren abgeschlossen sein soll, möchten wir das Projekt gerne weiter ausbauen“, blickt Skatulla in die Zukunft.

Mit der Umsetzung des Projekts sei die TSG Hatten-Sandkrug der erste Verein im Landkreis, der das Thema Inklusion in dieser Form aufgreift, erklärt die Sprecherin der Gemeinnützigen Werkstätten, Stefanie Schwecke.

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland