VAREL - Es war ein geschichtsträchtiger Ort, an dem Apothekerin Wiebke Rüther und ihre Familie zahlreiche Gäste zur Feier des 300-jährigen Bestehens der Alten Apotheke empfing. Im Garten der Alten Apotheke, wo vor 300 Jahren ein Apothekergarten bestanden hatte, war ein Zelt aufgebaut, in dem Wiebke Rüther, ihr Mann Dr. Dieter Rüther sowie Tochter Anja Rüther und Sohn Olaf Rüther unter anderem den stellvertretenden Bürgermeister Peter Nieraad begrüßten.
Hofapotheker im Schloss
Weinliebhaber Nieraad spielte auf die Wortbedeutung von Apotheke (Aufbewahrungsort, Weinlager) an. „Seit 300 Jahren schenken Sie uns Ihr Vertrauen, Ihre Leistung. In 300 Jahren haben Sie sich einen guten Namen erworben. In Varel sind wir stolz inhabergeführte Betriebe zu haben. Dieses Geschäftsmodell schafft Vertrauen“, sagte Nieraad. „Die Stadt Varel ist stolz, eine Apotheke mit ihrer Erfahrung zu haben.“
Er rechne mit dem 400-jährigen Bestehen, wenn gleich er die Feier selbst nicht erleben werde, sagte Heimatvereinsvorsitzender Hans-Georg Buchtmann in seiner Würdigung. Er dankte zugleich der Familie Rüther, die statt Blumen und Geschenken um Spenden für die Hospizbewegung und den Heimatverein gebeten hatte. Buchtmann erinnerte daran, dass bereits 1648 ein Apotheker am Schloss in Varel tätig gewesen ist. Herman Brünings war der erste konzessionierte Apotheker in Varel, der von Anton II. von Aldenburg 1712 die Erlaubnis zum Führen einer Apotheke erhielt.
Hansa-Automobil
Einer seiner Nachfolger, Johann Otto Boeckeler (1833 - 1899) war als Botaniker und Mineraloge bedeutend. Seine umfangreiche Gesteinssammlung ging an das spätere Lothar-Meyer-Gymnasium, wo sie aus Platzgründen dem Heimatverein überlassen wurde. Und noch ein Bezug zur Vareler Geschichte: Apotheker Theodor Christian Dugend (junior) hatte sich 1910 ein Hansa-Automobil gekauft. Er verkaufte die Apotheke 1912 an Wilhelm Dumrath, den Urgroßvater der heutigen Besitzerin Wiebke Rüther.
