CLOPPENBURG - Anregungen, Diskussionen und Unterhaltung bot der 24. Tag der Altenpflege am Donnerstag in der Cloppenburger Stadthalle. 600 Teilnehmer kamen zu der Veranstaltung des Landes-Caritasverbandes und der Cloppenburger Altenpflegeschule St. Pius-Stift. Sie hörten Vorträge, tauschten sich aus und sahen ein Theaterstück.

Manfred Bockhorst, Referent für Altenhilfe beim Landes Caritasverband, kritisierte in seiner Begrüßungsansprache das Pflege-Transparenz-Verfahren scharf. Dieses System einer Qualitätsrichtlinie für die Altenpflege sei krank. „Einrichtungen, die wenig dokumentieren, aber viel Zeit in die Pflege der Patienten investieren, schneiden dabei schlecht ab“, bemängelte Bockhorst.

Claus Wächtler, Chefarzt der Gerontopsychologischen Abteilung der Asklepios-Klinik Hamburg-Nord, sprach über Depressionen im Alter. Er sensibilisierte die Zuhörer für die Krankheit. Zudem räumte er mit einem Mythos auf: „Die weit verbreitete Annahme, dass jemand, der seinen Suizid ankündigt, ihn am Ende nicht ausführt, ist definitiv falsch.“

Gegen eine Entfremdung von Patienten und Pflegenden sprachen sich Dirk Tenfelde und Therese Kantereit von der Karl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn aus. Bezugspflege werde häufig falsch verstanden. „Es geht nicht um darum, die Arbeit aufzuteilen, sondern darum, den Patienten Pflegekräfte an die Seite zu stellen, zu denen sie Vertrauen aufbauen können,“ sagte Tenfelde. Zudem betonte er, dass es zwischen Psychiatrie und Altenpflege viele Schnittmengen gebe.


Für die Unterhaltung während des Tags der Altenpflege war die Theatergruppe „Dritte Halbzeit“ zuständig. Die Schauspieler im Alter von 55 bis 78 Jahren führten das Stück „Kennst du noch die Trümmerblumen?“ über Kriegstraumata auf.