DELMENHORST - Unter reger Beteiligung interessierter Mitbürger hat das Aktionsbündnis „Rettet die Graft“ am Sonnabend eine Begehung des versumpften Teils der Graft (westlicher Teil hinter dem Spielplatz und das Gebiet westlich des Max-Planck-Gymnasiums) durchgeführt. So sollten sich alle Interessierten ein Bild von dem entstandenen Schaden am Erdreich und der Vegetation machen.

Im Bereich der Kleingartenanlage ist es zu erheblichen Schäden und zum Absterben von Zier-und Nutzsträuchern sowie fast allen Obstbäumen gekommen. Eine Vertreterin der Kleingärtner erklärte, dass viele Gartenbesitzer der Mut verlassen hat, ihren Garten weiter zu betreiben, da die zukünftige Grundwassersituation nicht geklärt sei. Es stehen bereits Grundstücke zum Verkauf. Andere Gartenbesitzer würden überlegen, auch ihre Gärten zu verkaufen.

Bei der Besichtigung des öffentlichen Teils der Graftanlage war auch für Laien zu erkennen, dass die Anzahl der bereits abgestorbenen und stark geschädigten Bäume groß ist.

Gartenbauingenieur Hinrich Behrens erläuterte den Anwesenden die chemischen und biologischen Abläufe im Erdreich in Folge einer Versumpfung und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Bäume. Seiner Meinung nach sind alle in dem Gebiet stehenden Bäume, auch die, die noch Blattgrün zeigen, potenziell umsturzgefährdet. Eine genaue Prognose würde sich nur nach einer Untersuchung der Wurzelfäulnis und der Bodenluftmenge erstellen lassen. So lange es diese Untersuchungen nicht gibt, muss vorsorglich davon ausgegangen werden, dass jeder Baum jederzeit, auch ohne Windeinfluss, seinen Stand verlieren und Menschen an Leib und Leben gefährden kann.


Auch in den Wohngebieten, in denen Garten- und Gebäudeschäden durch den stark gestiegenen Grundwasserspiegel entstanden sind, sollten diese Untersuchungen stattfinden, um den Betroffenen Klarheit und Sicherheit über den Zustand ihrer Bäume zu verschaffen.

Darum fordert das Aktionsbündnis „Rettet die Graft“ die Verantwortlichen auf, umgehend diese Untersuchungen durchzuführen und auszuwerten. Bis dahin sollten die betroffenen Teile der Graft inklusive der Freifläche der „GraftTherme“, die von umstürzenden Baumen betroffen sein könnten, sicher abgesperrt und die Maßnahme auf entsprechenden Schildern erklärt werden, so die weitere Forderung des Bündnisses.