Erstmals seit mehr als 30 Jahren werden bei den VW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern mit Androhung von Lohnkürzungen, Massenentlassungen und Werksschließungen wieder Abstiegs- und Existenzängste unter den Arbeiterinnen und Arbeitern verbreitet. Die Spaltung der Belegschaften innerhalb der Werke und zwischen den Werken ist im Vorgehen des Managements angelegt und wohl beabsichtigt.
Meine Damen und Herren der VW-Führungsriege, es wird endlich Zeit in diesen angespannten Zeiten auf einen Teil ihrer Millionenbezüge zu verzichten. Anstatt immer höhere Gewinne auf Kosten der Belegschaft herauszupressen. Angesichts des Lochs von etwa 4,5 Milliarden Euro bei der Marke VW wären die Vorstandsbeiträge zur Sanierung zwar allenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein. Sie hätten allerdings Vorbildcharakter und damit eine hohe symbolische Bedeutung. Denn allein mit sparen und ansonsten „weiter so“ kommt Volkswagen nicht aus der Krise. Arbeitszeitverkürzung und Konversion der Produktion für nachhaltige, smarte Mobilität und die Verkehrswende sollte jetzt auf der Tagesordnung stehen. Außerdem kann die Umstellung auf E-Mobilität nur gelingen, wenn bezahlbare Elektroautos für alle produziert werden. Volkswagen muss sich der Verantwortung stellen und nicht nur innovative Autos bauen, sondern auch die Menschen durch soziale Sicherheit und ökologische Verantwortung mitnehmen.
Um allen Menschen den Zugang zur E-Mobilität zu ermöglichen, sollte Volkswagen kleinere und kostengünstige Elektroautos entwickeln. Der Kauf dieser Fahrzeuge muss durch staatliche Zuschüsse nach Einkommensstaffelung unterstützt werden. Jedoch kann eine erfolgreiche Umstellung auf E-Mobilität nur gelingen, wenn auch die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut wird. Ohne bezahlbaren Strom gibt es keine bezahlbaren Elektroautos, das Vertrauen der Bevölkerung in die E-Mobilität muss gestärkt werden.