Falkenburg/Ganderkesee - Vom Garten aus blickt man auf Felder und eine Weide, auf der Pferde grasen. Bäume und ein Wald in der Ferne vervollständigen das idyllische Bild. Doch der Eindruck trügt: Günther Schmidt, der seit mehr als 40 Jahren in einem Haus mit großem Garten in Falkenburg wohnt, fühlt sich gestört. Und zwar durch Fluglärm, der durch den nahegelegenen Flugplatz Ganderkesee entsteht.
Das Lärm-Problem
Der 74-jährige Falkenburger stellt klar, dass er nicht grundsätzlich etwas gegen den Flugplatz habe. Doch der Lärm, der besonders auffällt, wenn Flugschüler beim Üben von Starts und Landungen ihre Platzrunde drehen, stört ihn massiv. Denn seiner Beobachtung nach halten sich viele Piloten nicht an die Vorgaben. Während die Flugzeuge laut Günther Schmidt für die Platzrunde westlich in Richtung Sendemast Steinkimmen fliegen müssten, wählen sie nach seinen Angaben häufig eine Abkürzung und fliegen über Wiesen und Felder in der Nähe seines Grundstücks. „Wenn sie sich an die Platzrunde halten, ist der Lärm wesentlich geringer“, hat der Anwohner festgestellt.
die Fallschirmspringer
Günther Schmidt verweist auf eine weitere Lärmquelle, die ihm ruhige Wochenenden auf der Terrasse verleidet: Er berichtet von dem Flugzeug, aus dem die Fallschirmspringer abspringen. „Die Maschine fliegt mit Vollgas, damit die Springer schnell auf 4000 Meter kommen“, hat er beobachtet. „Und wenn sie raus sind, geht es im Sturzflug mit einem Höllenlärm zurück zum Flugplatz.“ Bei schönem Wetter seien die Abstände für die Starts der Fallschirmspringer-Maschine sehr kurz.
Der Falkenburger ärgert sich seit Jahren über den Lärm. In letzter Zeit sei das Aufkommen an Flugzeugen und Hubschraubern massiv mehr geworden, berichtet er. Dass er noch in seinem Haus mit dem schönen Garten wohnt, liegt an seiner Familie: „Ich wäre hier schon weg.“
Das sagt der Flugplatz-Betreiber
Beschwerden über Fluglärm kommen immer wieder beim Flugplatz in Ganderkesee an. Geschäftsführer Ralf Sauer geht auf Nachfrage offen mit der Problematik um: „Wir haben ein Beschwerde-Management“, sagt er. Auch könnten konkrete Beschwerden über die Webseite eingegeben werden. Für die Platzrunde verweist Sauer auf Vorgaben der Flugsicherung. „Es gibt ein Datenblatt, wo die Platzrunde liegt.“ Auch hätten die Flugzeuge einen GPS-Tracker eingebaut: „Man sieht, dass sich die Flugzeuge weitgehend an die Platzrunde halten.“ Es könne aber sein, dass es nicht immer klappe – etwa wegen Wetterphänomenen. „Im Großen und Ganzen wird sich aber daran gehalten.“
Das Beschwerde-Management
Da auch der Flugplatz Ganderkesee dem Lärmschutz unterliege, würden für Schulflüge nur Flugzeuge mit erhöhtem Lärmschutz eingesetzt, sagt Sauer. Für die Fallschirmsprünge ist nach Angaben des Geschäftsführers seit einigen Jahren ein neues Flugzeug-Modell im Einsatz, das dem erhöhten Lärmschutz unterliege. Sauer bestätigt, dass das Flugzeug im Durchschnitt alle 25 bis 40 Minuten startet. „Wir steigen so schnell wie möglich mit Vollgas auf“, sagt er. Doch der Rückflug erfolge im Leerlauf, da zunächst abgewartet werden müsse, bis die Fallschirmspringer gelandet seien. Ralf Sauer, der das Flugzeug für die Fallschirmsprünge häufig selber fliegt, verweist auf die Empfehlung, in Richtung unbewohnter Gebiete und Autobahn 28 zu starten. Einige Piloten seien dabei sehr gewissenhaft, andere eher nachlässig. „Wir haben Lärmbeschwerden, man kann es nicht wegdiskutieren.“
Die Zahl der Flugbewegungen ist nach Angaben des Geschäftsführers nicht gestiegen: Mit 27.000 Starts und Landungen pro Jahr sei sie seit Jahren konstant. Nach Angaben von Ralf Sauer hat man beim Ganderkeseer Flugplatz wegen des hohen CO