Oldenburg - Fritz Hemschemeier hatte am Dienstag vergangener Woche gleich zweimal Glück – wenngleich eines davon ein etwas zweifelhaftes war. Erst kam der 24-Jährige in der Champions-League-Partie gegen den BC Oostende zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison für die EWE Baskets Oldenburg. Und dann wurde er gleich für die im europäischen Basketball-Wettbewerb obligatorische Dopingkontrolle ausgewählt. Das ist zwar keine Freude, gehört aber für einen Profisportler eben dazu. Doch wie genau läuft der Anti-Doping-Kampf eigentlich bei den (teil-)professionell aufgestellten Clubs, also den Baskets in der Basketball-Bundesliga, dem VfL Oldenburg in der Handball-Bundesliga der Frauen und dem VfB Oldenburg in der Fußball-Regionalliga?
Die Nationale Anti-Doping-Agentur ist eine unabhängige Stiftung, die sich für sauberen Sport und damit laut eigenem Leitbild Fairness und Chancengleichheit im Sport einsetzt. Sie wurde im Jahr 2002 gegründet und übernimmt die Doping-Kontrollen in allen großen Sportligen Deutschlands. Im Jahr 2022 nahm die Nada in 12 387 Doping-Kontrollen insgesamt 15 465 Proben, davon 12 219 Urin- und 3246 Blutproben. Das Ergebnis waren laut Nada-Bericht 59 mögliche Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen bei Wettkampf- und zwölf bei Trainingskontrollen. Zudem gab es 505 Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse, davon 104 versäumte Kontrollen.
Seit 2015 gibt es in Deutschland das Anti-Doping-Gesetz. Es verbietet die Herstellung, den Verkauf und den Handel mit Dopingmitteln sowie die Anwendung von Dopingmethoden. Es drohen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren.
Baskets Oldenburg
Regelmäßige Wettkampfkontrollen wie in der Basketball-Champions-League, wo in jedem Spiel zwei Akteure für einen Urin-Test gelost werden, gibt es in der Basketball-Bundesliga (BBL) nicht. Das bestätigt Tina Flieger, die bei den Baskets für organisatorische Dinge abseits des Spielfeldes verantwortlich ist – wie das Thema Anti-Doping-Maßnahmen. Jedoch seien vor der Bundesliga-Saison alle Spieler aller Clubs getestet worden, erklärt Flieger. Auch nachverpflichtete Spieler müssen sich einem Test unterziehen.
Zudem gehören die Basketball-Bundesligisten zum Team-Testpool der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). Das bedeutet, dass Flieger der Nada genau melden muss, wo die Oldenburger Basketballer für unangekündigte Trainings-Kontrollen aufzufinden sind. „Da gebe ich an, wo wir uns als Team aufhalten: Trainingsmaßnahmen, Regenerationsmaßnahmen, Spiele, Trainingslager, Sponsorentermine. Für jede Woche, sobald der Trainingsbetrieb startet, muss ich das machen“, erklärt sie die sogenannte „Teamabmeldung“. In diesem Team-Testpool sind sämtliche Bundesliga-Clubs im Fußball (Männer, Frauen, A- und B-Jugend), Volleyball (Männer und Frauen), Basketball, Handball und Eishockey (jeweils nur Männer) sowie der 2. Fußball-Bundesliga (Männer). Laut Flieger passieren diese Kontrollen bei den Baskets zwei- bis dreimal pro Saison.
Die Nationale Anti-Doping-Agentur ist eine unabhängige Stiftung, die sich für sauberen Sport und damit laut eigenem Leitbild Fairness und Chancengleichheit im Sport einsetzt. Sie wurde im Jahr 2002 gegründet und übernimmt die Doping-Kontrollen in allen großen Sportligen Deutschlands. Im Jahr 2022 nahm die Nada in 12 387 Doping-Kontrollen insgesamt 15 465 Proben, davon 12 219 Urin- und 3246 Blutproben. Das Ergebnis waren laut Nada-Bericht 59 mögliche Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen bei Wettkampf- und zwölf bei Trainingskontrollen. Zudem gab es 505 Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse, davon 104 versäumte Kontrollen.
Seit 2015 gibt es in Deutschland das Anti-Doping-Gesetz. Es verbietet die Herstellung, den Verkauf und den Handel mit Dopingmitteln sowie die Anwendung von Dopingmethoden. Es drohen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren.
VfL Oldenburg
Nicht zum Team-Testpool der Nada gehören die Handball-Teams der Frauen-Bundesliga, wie der VfL Oldenburg. Für den VfL ist also keine Teamabmeldung nötig und es gibt keine Trainingskontrollen. Nach den Spielen aber kann es zu Dopingkontrollen durch die Nada kommen. In den vergangenen Jahren wurden etwa zwei bis drei mal pro Saison Proben nach einem Bundesligaspiel genommen, jeweils von einer Spielerin pro Team.
Anders ist das bei Rückraumspielerin Toni Reinemann: Als Nationalspielerin gehört sie einem Testpool der Nada an. Sie muss im Online-System „Adams“ (Anti-Doping Administration and Management System) immer für drei Monate im Voraus eintragen, wo sie sich zu einer bestimmten Zeit des Tages aufhält – damit sie jeden Tag unangekündigt für eine Dopingkontrolle gefunden werden kann. Verpasst sie dreimal so eine unangekündigte Kontrolle, droht ihr ein Verfahren und sogar eine Sperre. Dasselbe müssen natürlich auch Spieler der Baskets, wenn sie in der Nationalmannschaft sind. Aktuell trifft das aber auf keinen Baskets-Profi zu. In so einem meldepflichtigen Testpool sind auch Kader-Athleten und -Athletinnen in Individualsportarten, zum Beispiel die Hindernis-Läuferinnen Lea Meyer und Carolin Hinrichs aus Löningen (Kreis Cloppenburg) und Triathlon-Profi Jesse Hinrichs aus Oldenburg.
VfB Oldenburg
In der Fußball-Regionalliga, wo der VfB Oldenburg und der SSV Jeddeloh spielen, gab es in den vergangenen Jahren keine Doping-Kontrollen, wie Dr. Thomas Keese-Röhrs erklärt. Er war bis zum Sommer Teamarzt des VfB. In der 3. Liga, wo die Oldenburger in der vergangenen Saison spielten, war das anders. Da habe es häufiger nach den Spielen Kontrollen gegeben – zufällig und unangekündigt, wie Keese-Röhrs betont. Mal in einigen Spielen nacheinander, mal ein paar Spiele lang gar nicht. Vor der Drittliga-Saison musste jeder VfB-Spieler einen Kodex unterschreiben und damit versprechen, in keiner Weise Doping zuzulassen, ergänzt der Arzt. Trainingskontrollen habe es aber nicht gegeben.
Vorsicht geboten
Keese-Röhrs weist im Gespräch mit dieser Redaktion auch daraufhin, dass Doping kein Kavaliersdelikt ist. „Doping ist ein Straftatbestand“, betont er. Deshalb überrascht es nicht, dass die Clubs entsprechend vorsichtig sind. Bei den Baskets bekommen die Spieler sämtliche Medikamente ausschließlich von den Teamärzten, die mit der jährlich aktualisierten Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) vertraut sind. Schließlich lauern überall verbotene Substanzen, wie zum Beispiel in einer recht bekannten Erkältungssalbe, in einigen Antiallergika oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie – wer hätte es gedacht – in Cannabis.
