Wildeshausen - Der mögliche zweite Heimsieg in dieser Saison lag bereits im „Präsentkorb“ vor dem Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen. Im Heimspiel gegen GW Firrel lief am Samstag die Nachspielzeit, als Michael Eberle einen kapitalen Abwehrfehler von Gästespieler Oussama Marmouk eiskalt bestrafte und aus spitzem Winkel das 2:1 für Wildeshausen schoss. Die Entscheidung, dachten vermutlich nicht nur die Zuschauer im Krandel-Stadion. Doch die Rechnung ging nicht auf, der Aufsteiger schien das Geschenk irgendwie nicht annehmen zu wollen. Schiedsrichter Sebastian Lampe pfiff noch einmal an – und 30 Sekunden später bejubelten die Gäste tatsächlich den Ausgleich, als Torben Lange einen Schuss von Tim Schouwer unhaltbar ins VfL-Tor abfälschte.

Nach dem 2:2 hockten die VfL-Akteure lange mit leeren Blicken auf dem Rasen. „Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, brachte es Lasse Härtel auf den Punkt. Der Offensivspieler, der bis zum vergangenen Sommer für Firrel auflief, hatte gegen seinen Ex-Club alles reingehauen. Am Ende reichte es aber nur für ein Remis. „Das sind für uns zwei verlorene Punkte, wir hätten gewinnen müssen“, wusste Wildeshausens Co-Trainer Liridon Stublla und sprach – neben dem bitteren Ende („Da müssen wir besser verteidigen!“) – einen weiteren Knackpunkt an. „Wir haben wieder einmal hochkarätige Torchancen nicht genutzt. Zudem waren die beiden Gegentore zu einfach, das macht das Ergebnis für uns extrem bitter“, resümierte Stublla, der gegen Firrel zusammen mit Marco Nakelski das Coaching übernommen hatte. Cheftrainer Marcel Bragula war aufgrund seiner dritten Gelben Karte, die er sich eine Woche zuvor in Melle eingehandelt hatte, gesperrt und musste das Spiel aus der ersten Etage im Vereinshaus verfolgen.

Traf in der Nachspielzeit zum 2:1 für Wildeshausen: Michael Eberle (am Ball)

Traf in der Nachspielzeit zum 2:1 für Wildeshausen: Michael Eberle (am Ball)

Der herbstliche Samstagnachmittag begann aus VfL-Sicht traumhaft, denn bereits in der vierten Spielminute flankte Michael Eberle im Anschluss an eine Ecke präzise vor das Tor, wo Alexander Kupka zum 1:0 einköpfte. Wenig später hatte Härtel das 2:0 auf dem Fuß, chippte die Kugel aber freistehend knapp über das Tor (8.). Danach kontrollierte der VfL trotz des frühen verletzungsbedingten Ausfalls von Onno Bolling (22.) die Partie. Umso ärgerlicher war der Ausgleich: Erst wurde Wildeshausen eine starke Offensivaktion wegen vermeintlicher Abseitsposition abgepfiffen, dann traf Tristan Darsow fast im Gegenzug mit einem platzierten Flachschuss aus 20 Metern zum 1:1. Der Wardenburger im Firrel-Trikot nutzte dabei einen Fehler im VfL-Spielaufbau. „Der darf so nicht passieren“, blieb Stublla nur ein Kopfschütteln.

Kurz vor und nach der Halbzeitpause schwamm Wildeshausens Defensive gleich mehrfach (37./49./50./53.), was aber folgenlos blieb. Nach einer guten Stunde klärte Christopher Kant mit starkem Einsatz gegen Darsow (65.), in der Schlussphase zeichnete sich VfL-Torhüter Joel Kletta gleich zweimal gegen Manuel Suda aus (81./84.). „Wir hatten da durchaus unsere Chancen, um zu gewinnen. Am Ende ist es ein verdientes Remis“, meinte Firrels Co-Trainer Julian Bennert. Denn auch Wildeshausen hatte mögliche Treffer auf dem Fuß, die besten vergaben Robin Ramke (51.), Kevin Kari freistehend vor GW-Keeper Jan Hellmers (57.) und Alexander Dreher (77.). Es folgte schließlich die turbulente Nachspielzeit, die noch zwei Tore, aber keinen Sieger hervorbrachte.

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)