Emden - Nach der 1:2-Niederlage im Halbfinale des NFV-Pokals zeigten sich die Emder Spieler enttäuscht. Emdens Sportlicher Leister Henning Rießelmann ist dennoch der Ansicht, dass sich die Ostfriesen gegen den Drittligisten VfL Osnabrück „teuer verkauft“ haben. Cheftrainer Stefan Emmerling zog aus dem Pokal-Aus einige Erkenntnisse, für den Osnabrücker Trainer Pit Reimers war es eine enorm wichtige Partie. Hier sind die Stimmen zum Spiel:
Marcel Bergmann, Torhüter Kickers Emden: „Wir haben uns über 90 Minuten gut präsentiert. Wir wussten, dass wir leiden müssen, die Qualität beim Gegner war natürlich hoch. Aber das wussten wir im Vorfeld. Wir sind eigentlich super ins Spiel gestartet, kriegen dann ein bisschen zu früh das erste Gegentor. Die Führung hätten wir länger über die Zeit bringen müssen. Am Ende kriegen wir ein unglückliches Gegentor, aber das passiert. Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Aber natürlich ist man jetzt erst mal brutal enttäuscht, aber jetzt gilt es den Kopf zu heben und den Fokus auf Phönix Lübeck zu richten.
Tim Dietrich, Verteidiger von Kickers Emden: „Letztlich ist es bitter, dass wir das Spiel so verlieren. Dass wir so schnell in Führung gingen, war eigentlich super für uns, weil wir die ganzen Fans mitnehmen konnten. 1:1 in die Pause zu gehen ist auch völlig in Ordnung. Wir haben wenig zugelassen. Das 1:2 war sehr bitter, sehr unglücklich für uns. Wir wurden für den Kampf hier nicht belohnt.“
Tido Steffens, Kapitän von Kickers Emden: „Es ist sehr, sehr bitter, wie man am Ende ausgeschieden ist. Mit einem 1:2, mit einem Eigentor, das tut schon sehr, sehr weh. Ich finde wir haben es ganz gut gemacht. Wir hatten sie zwar nicht am Rande einer Niederlage, aber vielleicht wären wir in die Verlängerung gekommen. Aber ich bin stolz auf die Mannschaft, wir haben alles rausgeknallt. Von der ersten bis zur letzten Minute haben wir jeden Zweikampf angenommen und darauf können wir glaube ich aufbauen.“
Henning Rießelmann, Sportlicher Leiter von Kickers Emden: „Am Ende war es schon auch ärgerlich. Wir haben schon auch den Pokalfight gesehen. Wir gehen mit einem 1:0 in Führung, es war für uns ein perfektes Drehbuch. Danach waren wir ein bisschen zu ängstlich im Ballbesitz, dass haben wir angesprochen. Dann war der Ball zu viel, zu oft weg. Wir hatten keine Ballstaffetten dabei und mussten sehr viel hinterherlaufen und verteidigen. In der zweiten Halbzeit haben wir es ein bisschen besser gemacht, haben auch umgestellt. Dann kriegen wir ein unglückliches Gegentor rein kurz vor Schluss und haben dann noch einmal ein, zwei Standards und ein paar Einwürfe. Unter dem Strich wussten wir, dass es schwer wird. Am Ende hätten wir die Verlängerung halten können, so gehen wir mit 1:2 nach Hause und trotzdem haben wir uns, glaube ich, ganz teuer verkauft.“
Stefan Emmerling, Trainer Kickers Emden: „Für uns hätte es zu Beginn nicht besser laufen können. Nach drei Minuten in Führung zu gehen, hat natürlich dazu geführt, dass wir viel Mut geschöpft haben. Aber wir haben natürlich auch gemerkt, dass wir ein bisschen zu ängstlich waren, uns in der ersten Halbzeit tief hinten reinfallen lassen haben. Dann wird der Druck halt immer größer, aber wir haben es geschafft, wenig Torchancen zuzulassen. Es war generell ein chancenarmes Spiel. Letztendlich war es so, dass der Druck in der ersten Halbzeit immer größer wurde und wir dann auch Fehler gemacht haben, die dann zum Ausgleich geführt haben. Wir brauchen nicht drüber reden, Osnabrück war uns in vielen Bereichen überlegen. Das ist auch eine Erkenntnis, die man gewinnen muss. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, jeder einzelne Spieler und wir als Trainer, um da mithalten zu können. Aber wir haben alles in die Waagschale geworfen, waren hoch konzentriert und haben es geschafft, wenig Chancen gegen einen Drittligisten zuzulassen. Bitter war natürlich das Eigentor in der 86. Minute. Trotzdem war es ein Pokalfight, wie wir ihn uns gewünscht haben, mit einer tollen Kulisse und einem tollen Rahmen.“
Pit Reimers, Trainer VfL Osnabrück: „Es war ein richtiges Pokalspiel, das nicht hätte unglücklicher starten können für uns. Durch eine Unaufmerksamkeit liegen wir gleich zurück und laufen der Musik ein bisschen hinterher. Ich finde, wir waren die gesamte Spielzeit die dominierende Mannschaft, hatten klar mehr Ballbesitz, auch wenn wir in der ersten Halbzeit noch nicht wirklich viele zwingende Torchancen hatten. In der zweiten Halbzeit wurde der Druck dann immer größer, ich denke der Sieg ist hochverdient. Für uns ist der Sieg extrem wichtig, nicht nur in unserer jetzigen Situation. Grundsätzlich wollten wir unbedingt ins Finale einziehen. Es geht für uns um den Einzug in den DFB-Pokal, insofern hatte das Spiel eine extrem hohe Bedeutung für uns. Ich fand’s auch beeindruckend, vor der Kulisse hier zu spielen, mit nicht nur euren, sondern auch unseren Fans, die am Mittwochabend die weite Reise angetreten sind und uns hier wieder so zahlreich unterstützt haben. Emma (Emmerling/Anm.d.Red) euch alles Gute, ich hätte ja fast gesagt im Meisterschaftskampf, aber auf jeden Fall bleibt mal oben dran, das würde mich freuen.“
