Emden - Ein wenig enttäuscht war Sonka Tammen dann doch: Bei ihrer ersten Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft auf der Kurzbahn (25 Meter) hatte die Emder Schwimmerin, die für den Wardenburger SC startet, vom Einzug ins B-Finale um die Plätze neun bis 16 geträumt. Doch in der Wuppertaler Schwimmoper konnte die 17-Jährige ihr Potenzial nicht voll abrufen. Über die 50 Meter Brust belegte sie Rang 34, über die 200-Meter-Brust-Distanz wurde sie 28. der Gesamtwertung.
Bei der Landesmeisterschaft hatte sich Sonka Tammen nicht nur sechs Titel geholt, sondern über die beiden Brust-Strecken auch die Qualifikationszeiten zur DM erfüllt. Gemeinsam mit ihrem Vater und Trainer Stefan Tammen trat sie die Reise nach Wuppertal an. Übernachtet wurde in einem nur zehn Fahrminuten von der Veranstaltungsstätte entfernten Hotel.
Ihren ersten Start absolvierte Tammen über die kürzere Distanz, wo sie nach Möglichkeit ihren Startplatz 33 verteidigen wollte. In 33,64 Sekunden schrammte sie um drei Zehntelsekunden an ihrer persönlichen Bestzeit vorbei. In der Gesamtwertung bedeutete das Rang 34, womit sie sehr zufrieden war.
Der Fokus der Gymnasiastin lag auf dem zweiten Wettkampftag. Nach einem guten Einschwimmen am frühen Morgen war allerdings viel Geduld gefordert, denn der Vorlauf über die 200 Meter Brust stieg erst in der Mittagszeit. Als es dann ernst wurde, war die Ostfriesin ein wenig übermotiviert. Sie wählte ein zu hohes Anfangstempo. Nach 100 Metern steuerte Tammen auf Kurs Bestzeit, doch dann übersäuerte die Muskulatur. In 2:40,50 Minuten und Platz 28 platzte der Traum vom B-Finale.
Als die Emderin geknickt am Beckenrad kauerte, gab es tröstende Worte von einem Weltklasse-Athleten. Der Berliner Olympia-Teilnehmer Ole Braunschweig bescheinigte ihr, den schönsten Wettkampf-Anzug zu tragen. „Da stieg die Laune dann gleich wieder“, schmunzelte auch der Vater, dessen Tochter den Blick sofort nach vorn richtete. In gerade einmal zwei Wochen startet sie mit Wardenburg in der 2. Bundesliga des Deutschen Mannschaftswettbewerbs. Bis dahin hält sie sich mit zwei wöchentlichen Trainingseinheiten in Oldenburg-Eversten sowie zwei Einheiten im Leeraner Plytje-Bad fit. Die Suche nach weiteren Hallenzeiten läuft. „Wir hoffen, dass sie da noch etwas tut“, so Stefan Tammen.