Oldenburg - Dramatisches Duell im Marschwegstadion: Der VfB Oldenburg ist in der ersten Runde des Fußball-Landespokals (es war bereits das Viertelfinale) gegen den Regionalliga-Rivalen Kickers Emden ausgeschieden. Der VfB unterlag mit 3:6 nach Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten hatte es 2:2, nach 120 dann 3:3 gestanden. Im Elfmeterschießen, das einzeln gerechnet mit 3:0 an die Emder ging, parierte Kickers-Keeper Moritz Onken drei Versuche der Oldenburger.
Die Ostfriesen stehen nun im Halbfinale und dürfen von einem Start im DFB-Pokal träumen (der Landespokalsieger nimmt 2025/26 am DFB-Pokal teil). Vjekoslav Taritas (85. Minute), Julian Meier (90.) und Markus Ziereis (98.) waren für Oldenburg erfolgreich. Pascal Steinwender (28.), Tido Steffens (75./Foulelfmeter) und Fabian Herbst (108.) erzielten die Tore für die Gäste.
Tiernan im Tor
VfB-Trainer Fuat Kilic stellte vor 3866 Zuschauern erstmals in dieser Saison den im Sommer gekommenen Liam Tiernan ins Tor. Abwehrmann Nico Mai fehlte wegen einer Oberschenkelverletzung. Bei den Emdern stand der Ex-Oldenburger Onken im Kasten. Er ist einer von zahlreichen früheren VfBern im Kader des Aufsteigers aus Ostfriesland.
Die Emder hatten am vergangenen Freitag beim 1:0-Heimsieg gegen den SV Meppen bewiesen, dass sie als Aufsteiger eine gute Rolle in der Regionalliga spielen können. Und daran knüpfte das Team von Trainer Stefan Emmerling am Mittwochabend an. Der VfB fand zunächst wenig Mittel, die gut organisierte Defensive der Gäste in Gefahr zu bringen. Kilic war offenbar mit der Vorstellung nicht ganz einverstanden, er schickte bereits in dieser Phase die Auswechselspieler des VfB zum Aufwärmen hinter das Tor von Tiernan.
Grund zum Jubel hatten dann aber die Gäste. In der 28. Minute fiel Steinwender der Ball direkt vor dem Tor quasi vor die Füße. Und der Ex-Oldenburger hatte keine Mühe, zur Emder Führung einzuschieben. „Ost-, Ost-, Ostfriesland“, schallte es kurz vor der Pause aus dem gut gefüllten Gästeblock.
In der 64. Minute verschafften die Emder den Oldenburgern einen personellen Vorteil, Julian Stöhr sah die Gelb-Rote Karte. Brisant wurde es dann aber auf der anderen Seite: Tiernan foulte Michael Igwe, den fälligen Foulelfmeter verwandelte Steffens zum 2:0 für die Gäste (75.). Wenige Minuten danach kam beim VfB wieder Hoffnung auf: Taritas köpfte zum Anschlusstreffer ein (85.). Und es wurde aus VfB-Sicht noch besser: Der eingewechselte Meier traf in der 90. Minute zum Ausgleich – es gab unter Jubel der Oldenburger Fans Verlängerung. Dies ist eine Neuerung im Landespokal, bisher war es nach einem Gleichstand direkt ins Elfmeterschießen gegangen. In der Verlängerung hatte der VfB-Anhang dann prompt wieder Grund zum Jubel: In der 98. Minute traf Ziereis aus dem Gewühl heraus zur ersten Oldenburger Führung. Die hatte allerdings nicht allzu lange Bestand, Herbst glich in der 108. Minute aus. Im Elfmeterschießen gelang es dann keinem Oldenburger, Onken zu überwinden.
Schnelles Wiedersehen
Bereits am Freitag, 16. August (18.30 Uhr), stehen sich die Teams erneut im Marschwegstadion gegenüber. Dann geht es um Punkte in der Regionalliga. In jener Liga ist der VfB an diesem Samstag um 15 Uhr wieder gefordert, wenn das Team bei Phönix Lübeck antritt. Die ursprünglich erst für Sonntag geplante Partie wurde um einen Tag nach vorne gezogen. Emden empfängt an diesem Sonntag (16 Uhr, Ostfriesland-Stadion) Blau-Weiß Lohne zum Punktspiel.
VfB: Tiernan - Tomety-Hemazro (83. Richter), Deichmann, Pepshi (65. Knystock), Adam, Möschl, Buchtmann (105. Schröder), Taritas, Brand (91. Hajdinaj), Schäfer (56. Meier), Ziereis.
Emden: Onken - Stöhr, Herbst, Dietrich, Engel, Siderkiewicz, Kaissis (70. Eilerts), Steffen (66. Podolski), Steinwender (60. Igwe), Steffens (83. Schmidt), Schiller (89. Eickhoff).