Oldenburg - Mit diesem defensiv schwachen und offensiv ideenlosen Auftritt konnte Fuat Kilic nicht einverstanden sein – Verletzungspech hin, Pokalbelastung her. „Wir haben zwar am Mittwoch ein Spiel mit einer Verlängerung gehabt, das kann für diese Leistung aber keine Entschuldigung sein. Die Spieler waren nicht bereit, sich zu quälen“, meckerte der Trainer des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg nach dem 1:3 (0:3) am Samstag bei Phönix Lübeck nebst einer katastrophalen ersten Halbzeit.
„Nicht stattgefunden“
Auch im zweiten Auswärtsspiel der jungen Saison zeigte der VfB ein Gesicht, das auf eine schwierige Spielzeit hindeutet. Nach dem 0:2 bei Eintracht Norderstedt waren die im heimischen Marschwegstadion oft anders auftretenden Oldenburger erneut chancenlos, liefen nur hinterher und leisteten sich viel zu viele Fehler. „Wir haben in der ersten Halbzeit gar nicht stattgefunden, da haben wir Lübeck zum Tore schießen eingeladen“, kritisierte Kilic.
Der VfB hatte nach dem 3:6 nach Elfmeterschießen gegen Kickers Emden am Mittwoch in der ersten Runde des Landespokals zwar mehr Ballbesitz, wusste damit aber nichts anzufangen. Phönix hätte bis zur Pause wohl auch ohne Torwart spielen können, so ungefährlich waren die Gäste. Und hinten häuften sich die Fehler. Beim 0:1 pennte VfB-Torwart Jhonny Peitzmeier bei einer Flanke, Yevhenii Obushnyi traf aus spitzem Winkel (12. Minute). Beim 0:2 tanzte Julius Kliti Oldenburgs Verteidiger Ermal Pepshi aus (25.). Beim 0:3 verlor Leon Deichmann den Ball am eigenen Strafraum, Jonathan Stöver sagte Danke (44.).
Kilic hatte bereits nach 29 Minuten auf den ernüchternden Auftritt seines Teams mit einem Doppelwechsel reagiert. Willem Hoffrogge und Rafael Brand ersetzten den gelbverwarnten Pepshi und Ex-Lübecker Julian Meier (29.). „Julian hat gegen seine alte Mannschaft nicht ins Spiel gefunden. Ermal wollte ich nach seinem Fehler beim 0:2 schützen, der hatte ihn nervös gemacht“, erklärte Kilic.
Zu unpräzise, zu ideenlos
412 Zuschauer im Stadion Buniamshof sahen erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die erste VfB-Tormöglichkeit. Beim Schuss von Markus Ziereis rettete Obina Iloka aber noch auf der Torlinie (45.+2). Nach dem Seitenwechsel war der VfB zwar engagierter, mehr als der Anschlusstreffer durch Kapitän Christopher Buchtmann, der aus kurzer Distanz traf (50.), wollte aber nicht gelingen – und das obwohl der VfB ab der 64. Minute und der Gelb-Roten Karte gegen Iloka in Überzahl agierte. Die Ecken waren zu unpräzise, die Flanken in der Regel sichere Beute der abwehrstarken Lübecker. So kam der VfB während seines halbstündigen Überzahlspiels nur zu zwei guten Abschlüssen. Bei dem Kopfball von Vjekoslav Taritas (74.) und dem Schuss von Louis Hajdinaj (90.+4) war Lübecks Torwart Carl Leonhard aber auf dem Posten.
„In der zweiten Halbzeit sind wir zwar aufgewacht, haben uns aber zu wenige zwingende Torchancen erspielt. Wir haben fast immer die falschen Entscheidungen getroffen“, gewann Kilic der kleinen Steigerung wenig Positives ab.
VfB: Peitzmeier - Adam, Pepshi (29. Hoffrogge), Deichmann (83. Gaida) - Möschl, Buchtmann, Tomety-Hemazro (62. Richter), Knystock - Meier (29. Brand), Taritas (75. Hajdinaj) - Ziereis.