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nordwest-zeitung

Gehsteig zweimal aufgerissen Anlieger der Emsteker Straße schon wieder mächtig sauer

Zwischen die schlecht wieder verlegten Pflastersteine kann man teilweise fast eine ganze Hand stecken.

Zwischen die schlecht wieder verlegten Pflastersteine kann man teilweise fast eine ganze Hand stecken.

Carsten Mensing

Cloppenburg - Nachdem der Ärger um die millionenschwere und 16 Monate lange Sanierung der Emsteker Straße in Cloppenburg nach deren Wiedereröffnung Ende März just verflogen war, sind Teile der Anlieger jetzt schon wieder sauer. Nach etwas mehr als einem halben Jahr sind die Fußwege in Teilen schon wieder aufgerissen worden, weil jetzt von Mitte bis Ende Oktober Glasfaser verlegt worden ist. „Das hätte man doch nun wirklich in einem Rutsch machen können, zumal wir die Stadtverwaltung mehr als einmal darauf aufmerksam gemacht haben“, so einer der Anlieger am Dienstag bei einem Ortstermin.

Terminkoordination

Die aus ihrer Sicht schlechte Terminkoordination zwischen der öffentlichen Hand (die für den Straßen-, Gehweg- und Kanalbau verantwortlich war) und dem privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau treibt den gebeutelten Anliegern erneut die Zornesröte ins Gesicht. Denn ein Subunternehmen aus dem europäischen Ausland, das wiederum von einem ersten Subunternehmen hier aus dem Kreis Cloppenburg beauftragt wurde, hat das Pflaster in Teilen schlecht wieder verlegt und die neuwertigen Betonsteine teilweise beschädigt. Davon konnte sich bei dem Ortstermin auch unsere Redaktion ein Bild machen. Beispielsweise im Bereich des Kreisels Pingel Anton/Münsterländer Hof ist das Pflaster mit teilweise daumendicken Fugen wieder verlegt und in diese zu großen Zwischenräume kein Sand eingeschlämmt worden. Außerdem sind die Betonsteine an deren Rändern in Teilen abgeschlagen. „Und dafür haben wir viel Geld bezahlt.“

Welliges Pflaster

Eine Anliegerin bemängelt darüber hinaus an einigen Stellen welliges Pflaster, das sich zu einem Stolperstein beispielsweise für ältere Menschen mit Rollatoren entwickeln könne. Darüber hinaus sei an ihrem Gebäude durch die Glasfaserverlegung ein Sachschaden von 4000 Euro entstanden – ein Fall für die Versicherung. Außerdem fühlt sie sich schlecht informiert. Von den angelaufenen Bauarbeiten sei sie Mitte Oktober quasi überrascht worden.

Ein weiterer Teilnehmer der Runde am Dienstag befürchtet, dass nach der ersten professionellen Verlegung die nun schlecht wieder eingesetzten Steine nach größeren Regenfällen noch absacken könnten. Diese seien bislang glücklicherweise noch ausgeblieben.

Ein anderer Anlieger geht noch einen Schritt weiter: Er will vor Ort von Mitarbeitern des beteiligten Subunternehmens aus dem Kreis Cloppenburg erfahren haben, dass man während der Tiefbauarbeiten an der Emsteker Straße durchaus das Glasfaserkabel hätte mit verlegt können. Man habe – so zitiert der Mann die Mitarbeiter – aber keinen Auftrag dafür von der Stadt erhalten haben.

Schildbürgerstreich

Alles in allem ist den wütenden Anliegern aber durchaus bewusst, dass für ihren Fall das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Sie hoffen nun, dass durch „ihr schlechtes Beispiel“ in Sachen Straßen- und Digitalausbau künftig eine bessere Kommunikation/Kooperation zwischen öffentlicher Hand und der Privatwirtschaft zustande kommt. Das, was sich an ihrer Straße abgespielt habe, sei ein echter Schildbürgerstreich gewesen.

Am späten Mittwochvormittag mit den Vorwürfen konfrontiert, kündigte die Stadtverwaltung am Nachmittag auf Nachfrage unserer Redaktion eine Stellungnahme für Donnerstag an.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland