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nordwest-zeitung

St.-Josefs-Hospital Cloppenburg Streit um fristlose Kündigung von Ex-Chefarzt geht in die nächste Runde

Kämpft gegen seinen Rauswurf: Ex-Chefarzt Dr. Boris Baron von Engelhardt vom St.-Josefs-Hospital Cloppenburg.

Kämpft gegen seinen Rauswurf: Ex-Chefarzt Dr. Boris Baron von Engelhardt vom St.-Josefs-Hospital Cloppenburg.

St.-Josefs-Hospital / Konietzny

Cloppenburg/Hannover - Der Kampf um die umstrittene Kündigung des ehemaligen Cloppenburger Chirurgen Dr. Boris Baron von Engelhardt geht weiter. Das St.-Josefs-Hospital hat Berufung eingelegt gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts Oldenburg. Nun muss das Landesarbeitsgericht Hannover über die fristlose Kündigung des ehemaligen Chefarztes der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie entscheiden (Az.: 5 SLa 48/24).

Zwischenfall bei OP

Das Krankenhaus hatte dem Arzt nach einem Zwischenfall im Mai 2022 fristlos gekündigt. Bei einer OP war einer Mitarbeiterin die Prothese auf den Boden gefallen. Der Chefarzt hatte entschieden, die Prothese desinfizieren zu lassen und die OP fortzusetzen. Das warf ihm die Geschäftsführung des Hauses als schweren Verstoß gegen die Hygienerichtlinien vor.

Gutachten stärkt Chirurgen

Ein Sachverständiger, der im Auftrag des Arbeitsgerichts Oldenburg den Vorgang bewertete, hielt die Entscheidungen des Chirurgen jedoch für vertretbar. Die Alternative wäre gewesen, die OP abzubrechen, die Wunde zuzunähen und nach einigen Monaten erneut zu operieren – mit allen Risiken und Belastungen. Die Abwägung des Operateurs sei nachvollziehbar, hatte Gutachter Prof. Dr. Andreas Halder erklärt.

Anspruch auf Bezüge

Das Arbeitsgericht erklärte die fristlose Kündigung nach einer Verhandlung im Dezember in Oldenburg für unwirksam (Az. 2 Ca 248/22). Der Chefarzt, der seit 2014 im St. Josefs-Hospital arbeitet, ist freigestellt, hat aber Anspruch auf seine Bezüge. Den vom Arbeitsgericht vorgeschlagen Vergleich hatten beide Seiten ausgeschlossen. Ein Termin für die Verhandlung steht bislang noch nicht fest. Eine Anfrage zu den Gründen für die Berufung ließ das Krankenhaus, das zur katholischen Schwester Euthymia Stiftung gehört, zunächst unbeantwortet.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)