Leer - Immer wieder gibt es Probleme mit illegaler Müllentsorgung in der Stadt und dem Landkreis Leer. Im Hoheellernweg wurde es zuletzt so schlimm, dass die Kreisverwaltung die Reißleine zog und Container für Altglas und Textilien zu Anfang Oktober abbauen ließ. Bis zu 120 Tonnen illegal abgelagerter Abfälle fallen pro Jahr an, darunter Hausmüll, Kartons, Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte und andere Abfälle, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung. Dadurch werden nicht nur Ratten angezogen, die Abfälle müssen auch auf Kosten der Allgemeinheit vom Abfallwirtschaftsbetrieb eingesammelt und entsorgt werden. Auch die Stadt Leer ist Müllsündern auf der Spur und zieht dabei mit der Kreisverwaltung an einem Strang.
Container und Zaun abgebaut
Am Hoheellernweg hat die Stadt Leer ebenfalls einen Platz für Alttextilien-Container, den sie einer Firma zur Verfügung stellt, die die Container betreibt. Wie Stadtsprecherin Karen Radtke auf Nachfrage unserer Redaktion sagte, befinden sich diese Container „unseres Wissens“ nicht mehr dort. „Das bedeutet, dass im Hoheellernweg nunmehr keine Container mehr stehen. Die Stadtwerke haben in der vergangenen Woche einen Holzzaun, der in dem Container-Bereich stand, abgebaut, sodass nun auch nichts mehr an den Container-Standort erinnert“, so Radtke. Sollte wieder Müll abgelagert werden, übernehmen die Stadtwerke – in enger Abstimmung mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises – das Einsammeln und die Abfuhr. „Dabei versuchen die Stadtwerke die Verursacher ausfindig zu machen. Sofern Hinweise gefunden werden, werden diese an den Abfallwirtschaftsbetrieb weitergeleitet. Dieser kann unter anderem Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten“, erklärte die Stadtsprecherin.
Bußgelder
Kreissprecher Philipp Koenen bestätigte dies, sagte aber auch, dass bislang noch keine Hinweise zu den Müllsündern im Hoheellernweg eingegangen sind. Er erklärte: „Wenn Abfälle illegal entsorgt werden, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder sogar um eine Straftat. Je nachdem, ist entweder die untere Abfallbehörde des Landkreises zuständig oder aber die Polizei.“ Werden Täter aufgespürt, kann das teure Konsequenzen haben. „Verstöße können mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Die überwiegende Anzahl der Fälle bewegt sich allerdings bezüglich der Bußgeldhöhe im dreistelligen Bereich, manchmal im vierstelligen und nur selten im fünfstelligen Bereich“, machte Koenen deutlich. Zudem sei abzuschätzen, ob bei einem heftigen Vergehen nicht eher ein Straftatbestand gegeben sein kann, der dann an die Staatsanwaltschaft abgegeben wird.
Weitere Vorfälle
Auch in Diele sowie in Stapelmoor (beides Stadt Weener) sind unlängst illegal entsorgte Abfälle entdeckt worden. Die Kreisverwaltung ist informiert, plant zurzeit aber keine weiteren Schritte. Auf die Frage, ob auch dort Container abgebaut werden sollen, sagte Kreissprecher Jens Gerdes: „Die Standorte sollen erhalten bleiben.“