Esens/Bensersiel - Der Deich in Bensersiel muss erhöht werden, um Klimawandel, Meeresspiegelanstieg und künftigen Stürmen auch in Zukunft standzuhalten. Um die Möglichkeiten einer Deichbaumaßnahme zu untersuchen, wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Einen Vorentwurf präsentierten die Planer Dienstagabend im Rat der Stadt Esens. Er will im Januar über das weitere Vorgehen entscheiden.
Westlich und östlich von Bensersiel wurde der Deich bereits erhöht. Verschiedene Perspektiven für die Ortslage Bensersiel werden seit Jahren diskutiert, zuletzt die „kleine Lösung“ (Erhöhung der vorhandenen Deichlinie) und die „große Lösung“ (Bau einer neuen Deichlinie mit Sperrwerk als Vordeichung). Um die Möglichkeiten für den Küstenschutz in Bensersiel zu untersuchen, wurde ein Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. „Diese sollte eine neutrale und ergebnisoffene Bewertung vornehmen“, erklärte Stadtdirektor Harald Hinrichs.
Entwicklung im Fokus
Die Studie wurde seit Januar dieses Jahres erarbeitet. Die Ergebnisse wurden am 30. November in einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt. Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Studie für eine bevorzugte Variante präsentierten die Planer Maurice Andres (Projekt M) und Martin Steinbrenner (SWUP) jetzt im Stadtrat: Im Fokus der Untersuchungen standen insbesondere die touristische und verkehrliche Entwicklung sowie die Zukunftsfähigkeit des Erlebnisraums Bensersiel, erklärte Andres. Ergeben hätten sich je zwei Varianten für die Deicherhöhung und die Vordeichung. „Wesentliche Bausteine beider Varianten gleichen sich.“
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Planer die Erhöhung des Deiches auf der bestehenden Linie. Diese Variante erfülle die aktuellen Anforderungen an den Küstenschutz und berücksichtige die örtlichen und touristischen Gegebenheiten sowie die nachhaltigen Entwicklungsmöglichkeiten Bensersiels als Tourismus- und Wirtschaftsstandort. Gleichzeitig würden Eingriffe in die Umgebung auf ein Minimum reduziert, was den Erhalt der einzigartigen Küstenlandschaft sicherstelle.
In ihrer gutachterlichen Empfehlung gehen die Planer von einem dringenden Handlungsbedarf aus. Der Deich müsse um rund einen Meter erhöht werden. Erste Bausteine der favorisierten Variante könnten in fünf Jahren umgesetzt sein. Die Kosten von 8,56 Millionen Euro seien gesichert, dagegen die veranschlagten 71 Millionen Euro für die Vordeichung nicht.
Dennoch solle man den Küstenschutz nicht nur auf den vorhandenen Deichkörper reduzieren, sondern auch auf das Vorland. „Man muss den Klimawandel im Auge behalten und vorausdenken“, sagte Martin Steinbrenner. Forscher gingen von einem Meeresspiegelanstieg von einem Meter in 100 Jahren aus. Vielleicht müsse man zu einem späteren Zeitpunkt auf die Vordeichung zurückgreifen.
Endgültiges Gutachten bis Weihnachten
Das endgültige Gutachten mit allen Empfehlungen soll bis Weihnachten vorliegen. Über die Variante des Küstenschutzes und erste Bausteine wolle die Stadt im Januar entscheiden, erklärte Bürgermeisterin und Ratsvorsitzende Karin Emken und dankte dem gesamten Planerteam. Im Januar solle sich dann auch entscheiden, ob man bei der Umsetzung der nächsten Schritte weiter auf die Unterstützung der Experten, wie von einigen Ratsmitgliedern angeregt, setzen wolle.