„Wir müssen nicht, wir wollen.“ Dieser Satz geht mir nicht aus dem Kopf, wenn ich über das Vorhaben der Gemeinde Friedeburg, Windparks in Trinkwasserschutzgebieten und Wäldern zu errichten, nachdenke. Warum „wollen“ unsere Ratsherren der Natur und ihren Wählern das antun?
Der Landkreis Wittmund ist klamm, wie Landrat Holger Heymann kürzlich betonte. Der Kreis kann aber von Glück sprechen, dass der Tourismus noch Gelder in die Kassen bringt. Noch. Denn wer will hier Urlaub machen, wenn die nächsten Jahrzehnte die Küste aus Baustellen von Strom- und Gastrassen besteht und anstatt Wälder Windparks dominieren? Bei Google Maps kann jeder sehen, wie wenig Flächen uns Einheimischen zur Naherholung zur Verfügung stehen. Agrarwüste wo das Auge hinschaut.
Und nun will die Gemeinde Friedeburg noch die letzten Flächen Natur opfern – für Steuereinnahmen und günstige Strompreise für die angrenzenden Wirtschaftsunternehmen. Wir reden immerhin von Einnahmen im Millionenbereich. Der Projektierer Innovent, der sich unter anderem für die Fläche in Horsten /Marx interessiert, hat folgende Zahlen verbreitet: 8,9 Millionen Euro in 20 Jahren als Gewerbesteuer plus 4,4 Millionen Euro in 20 Jahren als freiwillige Kommunalabgabe. Des Weiteren lockt Innovent mit der Zahlung von 9000 Euro pro Jahr an die Ortsgemeinde.
Da ist der Vorschlag von Heymann, einen Antrag auf Nachteilsausgleichszahlungen zu stellen, wohl die bessere Alternative. Die vom Landrat erwähnten erheblichen Belastungen, um für die Bundesrepublik Strom nach dem EEG zu produzieren, trifft nicht nur die Touristen, sondern maßgeblich uns als Bürger. Bitte keine Windparks in unseren Wäldern und Schutzgebieten.