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nordwest-zeitung

Keine fünf, sondern nur familienfreundliche vier Sterne Norderneyer Luxushotel erhält Sky-Bar für jedermann

Die Projektzeichnung zeigt, wie die einzelnen Etagen des Hotels gestaltet werden sollen.

Die Projektzeichnung zeigt, wie die einzelnen Etagen des Hotels gestaltet werden sollen.

Brune&Comapny

Norderney - Ostfriesland erhält auf absehbare Zeit kein Fünfsterne-Hotel. Der geplante und teils kritisierte Luxusbau auf der Fläche des früheren Kurmittelhauses auf Norderney soll ein Familienhotel werden. Das hat Brune&Company – die Bremer Firma entwickelt das Projekt – am Dienstagabend im Weißen Saal des Conversationshauses der Insel der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf die öffentliche Präsentation der Pläne war bereits lange gewartet worden.

Vier statt fünf Sternen

Die Geschäftsführer von Brune&Company, die Brüder Jens und Marc Brune, verrieten während der Veranstaltung auch gleich den Namen des neuen Familienhotels. Das „LUV“ werde sich nicht vom Rest der Insel abschotten, sondern sich vielmehr zur Stadt hin öffnen, versprachen beide. „Unsere Familie ist seit über 100 Jahren eng mit der Insel verbunden. Uns liegt es fern, ein Projekt umzusetzen, das nicht auch einen deutlichen Mehrwert für die Insel bietet. Ich denke, das können wir mit unserem zur Stadt hin offenen Konzept, der zurückhaltenden Bebauung und den Zitaten an die historische Bäderarchitektur erreichen“, so Jens Brune.

Auf Nachfrage führt Gabriele Ingold, die für das Marketing der Bremer Firma verantwortlich ist, aus: „Wir wollen natürlich ein Haus mit hohem Standard bauen. Aber unser Fokus liegt nicht darauf, eine bestimmte Sterne-Kategorie zu erreichen“, so Ingold. Diese Kategorisierung habe sich eh ein Stück weit überholt. „Am ehesten wird man den Neubau aber, wenn man es möchte, in die Viersterne-Kategorie eingruppieren können“, so Ingold.

Der Entwurf des „LUV“ sieht im Detail einen L-förmigen Baukörper vor, der einen großen Teil des Grundstücks unbebaut lässt. Er soll sich zum Innenbereich des Grundstücks öffnen und so einen großzügigen Raum schaffen. Den Gästen wird durch die Bauform zudem ein 2000 Quadratmeter großer Thalassogarten mit ausgedehnten Grünflächen geboten. Die Erdgeschosszone des Hotels soll transparent gehalten werden, um „Blickbeziehungen“ vom Außenbereich in den Innenbereich und umgekehrt zu ermöglichen, heißt es seitens Brune&Company. Auf drei Etagen sollen insgesamt 99 großzügige Zimmer und Suiten für Hotelgäste untergebracht werden. Darüber hinaus entsteht eine Reihe Mitarbeiter-Apartments.

So soll der Blick vom Restaurant in den Innenhof aussehen. Bild: Brune&Company

So soll der Blick vom Restaurant in den Innenhof aussehen. Bild: Brune&Company

Eine Sky-Bar auf der Insel

Für viele Urlauber und nicht Hotelgäste interessant: Das gesamte Erdgeschoss wird mit von innen wie außen zugänglichen und öffentlich nutzbaren Einrichtungen bestückt. Hierzu zählen ein Fitnessbereich, ein Spa-Shop mit Anwendungen, ein Coffeeshop, das 1000 Quadratmeter große Thalasso-Spa mit Außenpool sowie das Restaurant mit Bar und 138 Sitzplätzen. Das Dach mit begrünter Dachterrasse und Meerblick beherbergt künftig auf 150 Quadratmetern eine Sky Bar, die ebenfalls der Öffentlichkeit für Veranstaltungen zur Verfügung stehen wird. „Es wird einen separaten Aufzug von außen geben, damit jeder die Möglichkeit hat, oben einen Cocktail oder Ähnliches zu trinken“, so Ingold.

Nachhaltiges Bauen

Wie die Brunes weiter mitteilen, arbeiten man intensiv daran, dass der Baubeginn noch in 2024 erfolgen kann. Dies hänge vor allem davon ab, wie schnell die Pläne genehmigt werden. Was aber schon jetzt feststeht: Man muss und möchte nachhaltig bauen. Marc Brune dazu: „Um unseren ökologischen Fußabdruck gering zu halten, wird unser Hotel mit fast 700 Quadratmetern Fotovoltaikanlagen ausgestattet und nach KfW40-Standard gebaut. Zudem setzen wir auf passive Kühlsysteme. Gemeinsam mit der Stadt Norderney loten wir außerdem die Möglichkeiten zur Wärmegewinnung aus dem Meer aus.“

Auf der aktuell brachliegenden Fläche soll das Luxus-Hotel entstehen.

OFFENER BRIEF GEGEN BAU VON FÜNF-STERNE-HOTEL „Versylterung Norderneys wird vorangetrieben“

Marc Wenzel Norderney

Marc Wenzel
Marc Wenzel Ostfriesland-Redaktion/Norden