Großheide - Im Rathaus in Großheide hatten die Mitglieder des Seniorenbeirats sowie Silke Uhlenbrock und Janna Bittner vom Regionalmanagement der LEADER-Region Mittleres Ostfriesland am Freitag alle Hände voll zu tun. Über 3000 Anschreiben und Umfragebögen mussten gefaltet und für den Versand vorbereitet werden. Mitte dieser Woche werden sie per Post verschickt: Alle Großheider zwischen 50 und 75 Jahren werden die Briefe dann schon bald in ihrem Postkasten finden.
Ist-Situation wird abgefragt
Wie wollen Senioren in Zukunft wohnen? Auf gut vier Seiten gibt es Fragen zu genau diesem Thema. Das Ganze ist anonym, abgefragt werden Alter und Ortsteil. Die Idee kommt von Bürgermeister Fredy Fischer, gemeinsam haben Gemeinde, Seniorenbeirat und Leader-Regionalmanagement den Fragebogen erarbeitet und dafür viel Zeit investiert. „Es ist ein Thema, mit dem man sich irgendwann beschäftigen muss“, so der Rathauschef. Die Umfrage soll zur Bestandsaufnahme dienen: „Wir wollen herausfinden, wie die Wohnsituation der älteren Bürger hier in Großheide ist, denn das wissen wir nicht. Gleichzeitig wird auch abgefragt, wo Unterstützungsbedarfe sind und was eventuell fehlt“, erklärt Friedrich Paeben, Sprecher des Seniorenbeirats. So wird beispielsweise gefragt, wie zufrieden man auf einer Skala von 1 bis 10 mit der jetzigen Wohnform ist, welche Herausforderungen es im Eigenheim beziehungsweise in der Wohnung gibt, aber auch welche digitalen Angebote für ältere Menschen in Großheide wichtig wären.
Impulse für LEADER-Projekte
„Wir hoffen natürlich auf viele Rückläufer, um auch ein Meinungsbild zu haben“, erklärt Paeben. Bis zum 15. November sollen die Fragebögen wieder im Rathaus abgegeben werden. Ausfüllen kann man sie nicht nur in Papierform, sondern auch digital über einen QR-Code, der auf dem Anschreiben abgedruckt ist.
Nach der Auswertung sollen die Ergebnisse öffentlich vorgestellt werden. Und dann? Dann kommt die LEADER-Region ins Spiel, denn aus den Ergebnissen könnten sich Ansätze entwickeln, an denen dann Projekte anknüpfen könnten, sagt Regionalmanagerin Silke Uhlenbrock. „Das ist wie eine Glaskugel, man weiß ja nicht, was dabei rauskommt“, so Paeben.
Erste große Umfrageaktion in Großheide
In Großheide hofft man, dass andere Gemeinden nachziehen. In der LEADER-Region Mittleres Ostfriesland würden die beteiligten Kommunen bereits gespannt abwarten, wie die Umfrage in Großheide ankommt. „In dieser Form haben wir so etwas auch seitens des Seniorenbeirats noch nicht gemacht“, betont der Sprecher. Weitere ähnliche Umfragen im Landkreis Aurich seien ebenfalls nicht bekannt. Andere Gemeinden in Niedersachsen haben sich aber durchaus auch schonmal an das Thema herangetraut, wie Silke Uhlenbrock auf Nachfrage erklärt. Durch einen Dienstleiter seien in Kirchlinteln (Landkreis Verden) und in Moisburg (Landkreis Harburg) Umfragen durchgeführt worden. „Wir stehen im Austausch mit der Projektmanagerin, die wir zu unserer Ergebnispräsentation –neben Andrea Beerli vom Niedersachsen Büro – auch einladen werden“, so Uhlenbrock.