Hude - Faustdicke Überraschung in der Fußball-Bezirksliga: Der VfR Wardenburg behielt im Landkreis-Derby beim favorisierten FC Hude die Oberhand und entführte am Sonntag mit dem 3:2 (1:1)-Auswärtserfolg drei wertvolle Punkte aus dem Klosterort.
Der Aufsteiger revanchierte sich für die 0:4-Hinspielpleite, rangiert jetzt mit nunmehr 14 Zählern auf dem 13. und damit ersten Nichtabstiegs-Platz. „Wir wollten unbedingt über dem Strich überwintern“, freute sich VfR-Co-Trainer Carsten Feist unbändig über den zwar nicht eingeplanten, aber erhofften „Dreier“ – nach zuvor elf sieglosen Spielen in Folge. „Wir hatten zwei tolle Trainingswochen und darauf spekuliert, dass wir in Hude etwas holen können. Auch der Spielausfall von Obenstrohe, die damit vorerst hinter uns bleiben, spielt uns natürlich in die Karten, und das ist wichtig für die Psyche“, so Feist.
Ähnlich wie im ersten Vergleich begannen die Gäste ordentlich und ließen sich nicht von den Vorschusslorbeeren um den guten Sturm der Huder beeindrucken. Nach einer knappen halben Stunde verwandelte Dennis Beckmann einen direkten Freistoß zur 1:0-Gästeführung und schürte damit bei den eigenen Anhängern die Hoffnung auf einen Erfolg. Auch Hudes Trainer Nikolai klein erkannte den Treffer als „durchaus sehenswert“ an. Hude besann sich der eigenen Stärke – der Offensive – und so stellte Ingmar Peters noch vor dem Seitenwechsel den 1:1-Ausgleich her (41.).
Nach dem Pausentee bemühten sich beide Teams bei ungemütlichem Herbstwetter um weitere Tore. Bereits wenige Minuten nach Wiederanpfiff war Nexhdet Berisha zur Stelle und netzte zur 2:1-Führung für Wardenburg ein (52.). Doch damit nicht genug: In der 66. Minute nutzte der Aufsteiger eine Umstellungsphase der Huder aus, als der nur vier Minuten zuvor eingewechselte Sebastian Vogelsang einen Querpass vor dem FC-Strafraum volley annahm und den Ball vorbei am chancenlosen Maximilian Gundelach ins lange Eck beförderte – 1:3.
Die Gastgeber warfen danach alles nach vorne, um die drohende Niederlage abzuwenden, doch die Zeit verrann erbarmungslos. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit war der bis dato gut von den Gegnern in Schach gehaltene Goalgetter Marco Prießner zur Stelle und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:3-Anschluss ein (87.). Zuvor hatte sich die VfR-Abwehr verspekuliert und sich den Ball kurz vor der Toraus-Linie noch abluchsen lassen. Kaan Ers Torschuss musste VfR-Keeper Dominik Nitsche abklatschen lassen, weshalb sich Prießner nicht zweimal bitten ließ. Doch das war es dann auch: Wardenburg überstand die vierminütige Nachspielzeit und verließ unter großem Jubel als Sieger den Platz.
„Das war leider eine verdiente Niederlage“, machte Hudes Trainer Nikolai Klein keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. „Ich muss ausdrücklich erwähnen, dass wir uns absolut an die eigene Nase fassen müssen. Wardenburg hat uns gut ausgekontert, und auch die Schiedsrichter haben heute wirklich einen guten Job gemacht“, lobte er das Gespann um Stefan Repking.
Während sich der VfR damit bereits in die Winterpause verabschiedet hat, da die eigentlich fürs kommende Wochenende geplante Partie gegen den SV Brake bereits auf den 7. März 2025 verschoben wurde, geht es für den FC Hude am Sonntag zum Heidmühler FC.