Oldenburg - Im Endspurt vor der Winterpause dürften die widrigen Wetterbedingungen einigen Fußballern in der Region in die Quere kommen – dem VfL Oldenburg könnten sie sogar in die Karten spielen. Noch ist nämlich offen, ob an diesem Freitag um 20 Uhr beim TuS Bersenbrück im Hasestadion am Hastruper Weg auf Naturrasen oder auf dem mit einem Kunstrasen versehenen Nebenplatz gespielt wird. Letzteres ist der VfL (aktuell 18 Partien/21 Punkte/13. Platz) aus jedem Heimspiel gewohnt, für die Gastgeber (18/28/7.) war das 1:1 im Hinspiel das bisher einzige Pflichtduell in dieser Saison auf künstlichem Grün.
Die Positionswechsel
„Bersenbrück hat eine sehr gefährliche Offensive“, warnt VfL-Trainer Patrick Degen: „Das Besondere ist, dass die Spieler vorn ständig ihre Positionen wechseln – das macht die Mannschaft unberechenbar.“ Markus Lührmann, derzeit bester TuS-Schütze (10 Tore), agiert nicht nur als Mittelstürmer, sondern auch auf der linken Außenposition oder zentral hinter einer Spitze. Michel Eickschläger (8) und Marcos Alvarez (5) sind genauso flexibel. Das Trio ist zusammen für mehr als zwei Drittel der Bersenbrücker Treffer (31:32) verantwortlich.
Der Trainerwechsel
Im Hinspiel saß noch Tobias Langemeyer auf Bersenbrücks Trainerstuhl, er musste nach einem 1:6 in Verden Anfang September aber gehen. Sportleiter Thorsten Marunde-Wehmann übernahm den Posten, den er schon von November 2022 bis Juni 2023 innegehabt hatte. Beim Rückrunden-Start vor einer Woche gab’s ein 1:2 bei Arminia Hannover. Für die Ansprüche des ambitionierten Vereins aus dem Kreis Osnabrück, der vor der Saison zum engeren Aufstiegsfavoritenkreis zählte, ist der aktuelle siebte Platz sicher zu wenig.
Die Defensivstärken
Der VfL wird also wahrscheinlich auf einen offensivfreudigen Gegner treffen, der im Rennen um die vorderen Plätze nicht den Anschluss verlieren will. „Wir müssen in der Defensive stabiler stehen als am Sonntag beim 1:1 gegen den HSC“, fordert Degen mit Blick auf das glückliche Remis gegen Hannover. Das tut sein Team im Vergleich zur Saison 2023/24 ohnehin. Da waren es nach 18 Spielen 31 Gegentore, jetzt sind es 23. Wenn man von den Duellen mit Eintracht Braunschweig II (2:4), SC Spelle-Venhaus (0:3) und SSV Vorsfelde (1:4) absehe, „haben wir uns im Defensivverhalten der gesamten Mannschaft deutlich verbessert“, lobt Degen.
Die Offensivschwächen
Probleme hat der VfL dafür in der Offensive (20 Tore). Nur Egestorf-Langreder (17) hat weniger Treffer erzielt. „Wir erspielen uns ja fast immer gute Tormöglichkeiten, machen daraus aber zu wenig“, sagt Degen. „Wir haben eine junge Mannschaft. Da fehlen vor dem Tor manchmal Ruhe und auch Entschlossenheit“, meint er und ergänzt: „Manchmal treffen die Spieler auch die falsche Entscheidung, weil ihnen die Erfahrung fehlt.“