Leer - Allein die nackten Zahlen sind überwältigend: Nach exakt zwei Stunden, 37 Minuten und 56 Hundertstelsekunden hat Katharina Saathoff bei ihrer Marathon-Premiere in Valencia das Ziel erreicht. Damit war sie hinter Hanna Gröber vom LAV Stadtwerke Tübingen (2:35,47 Stunden) nicht nur zweitschnellste deutsche Starterin in der spanischen Metropole, die vor wenigen Wochen von schweren Unwettern erschüttert worden war, sondern belegte in der Gesamtwertung unter 8012 Teilnehmerinnen den exzellenten 47. Rang. „Ich bin sehr, sehr zufrieden mit meinem ersten Auftritt über diese lange Distanz“, strahlte die für LC Braunschweig antretende Läuferin aus Jheringsfehn.
Voll konzentriert: Katharina Saathoff aus Jheringsfehn, die für den LC Braunschweig startet, meisterte in Valencia ihren ersten Marathon. Bild: privat
Monatelang hatte sich die 23-Jährige nach Trainingsplänen von Ossiloop-Seriensieger Andreas Kuhlen auf ihren Auftritt in Valencia vorbereitet. Bislang war Katharina Saathoff auf der Fünf- und Zehn-Kilometer-Distanz zu Hause, doch der Wunsch, sich über die 42,195 Kilometer zu versuchen, schlummerte schon länger in ihr.
Strategie umgesetzt
Freitag fuhr sie mit ihrem Lebensgefährten Tom Ole Theilken mit dem Zug, der nur ein wenig Verspätung hatte, von Bremen aus nach Berlin. Von dort aus ging es mit dem Flieger in den Osten Spaniens. Dort gestaltete sich die Weiterfahrt Richtung Hotel überaus schwierig, da die Metro nach den heftigen Überschwemmungen noch außer Betrieb war. Da alle Einheimischen mit Autos unterwegs waren, dauerte es noch einmal drei Stunden, ehe das Paar nach einer insgesamt 13-stündigen Tour sein Ziel erreicht hatte.
Die Abholung der Startunterlagen am Congresszentrum gestaltete sich relativ problemlos. Das Abenteuer Marathon begann dann schon morgens um 6.30 Uhr, als sich Katharina Saathoff gemeinsam mit anderen Läuferin durch ein lokales Unternehmen zum Start- und Zielpunkt fahren ließ. Der befand sich beim bekannten „Ciutat de les Arts i les Ciencies“, der Stadt der Künste und der Wissenschaft.
Beim Warmmachen bekam die Studentin ihr großes Idol, den mehrfachen Olympiasieger und zweitschnellsten Marathonläufer aller Zeiten, Kenenisa Bekele aus Äthiopien, zu Gesicht. Trotz ihrer großen Nervosität hielt sich die Ostriesin exakt an ihre Strategie, auch wenn sich die ersten zehn bis 15 Kilometer aufgrund des Gedränges im Läuferpulk ziemlich schwierig gestalteten. Jeden Kilometer sollte sie in einer Zeit zwischen 3:42 und 3:45 Minuten absolvieren.
„Die Zwischenzeiten habe ich mir genau wie meine Verpflegungstaktik auf der Hand notiert“, berichtete die Athletin. Ab Kilometer 21 hatte sie allerdings mit muskulären Problemen in den Oberschenkeln zu kämpfen. Erst nach 33 Kilometern hatte sie den Durchhänger durchschritten. „Danach habe ich die zweite Luft bekommen und bin gut durchgekommen. Konditionell war ich topfit“, betonte Saathoff, die einen Blick in die Zukunft wagte: „Das wird mit ziemlicher Sicherheit nicht mein einziger Marathon bleiben.“
Der Sieg ging nach Äthiopien: Megertu Alemu siegte in 2:16,49 Stunden.