Emden - Nach dieser Saison steht für den Emder Christian Möck ganz klar fest, dass er die sogenannten Sprint-Rallyes nicht mehr fahren wird. „Da wirst du so durchgeschüttelt und mir war zum ersten Mal richtig kotzübel, darauf habe ich echt keine Lust mehr“, sagte er beim Gespräch mit der Redaktion zur Saisonbilanz. Ansonsten ist er rundum zufrieden, auch ein kurzfristiger Ausfall wegen einer anstehenden Knie-Operation trübt die gute Saison aus seiner Sicht nicht. Und in der kommenden Saison, so hofft Möck, ist das dann neue, gebrauchte Auto zur Saisonhälfte fertig.

Die Sprint-Wertungen bei der Welfen-Winterrallye finden einmal auf einer Kart-Bahn, dann auf der DTM-Strecke und auf einem etwas anders gesteckten DTM-Streckenkurs statt. Zweimal wird auf jeder Strecke gestartet, jeder Lauf ist eine Wertung. „Am Ende landeten wir in der Gesamt-Triplewertung auf dem 5. Platz.“ Ein gutes Ergebnis, weil er und sein Fahrer John Semmelhaack mit ihrem Audi S3 eigentlich in der Klasse NC7 fahren, aber oft gegen NC6-Fahrzeuge antreten müssen. „Die haben locker 50 PS mehr.“

Nach der OP im März war Möck Ende April bei der Fontane-Rallye in Neuruppin wieder an Bord. Dort gewannen sie die NC7-Klasse. Im Juli stand die Fischereihafen-Rallye in Bremerhaven an. „Dort starteten nur zwei Fahrzeuge der Klasse NC7, also mussten wir wieder in der NC6-Klasse an den Start, haben am Ende aber den 2. Platz geholt.“ Es lief wie am Schnürchen für die beiden. „Ich fahre jetzt seit 2018 mit John zusammen und kann nur sagen, dass er ein sehr guter Fahrer ist und es bei uns einfach zusammen passt.“

Kommt die Sprache auf die nächste Rallye, die sogenannte Holsten-Rallye in Schleswig-Holstein im August, schwillt Möck noch immer der Kamm: „Wir wurden nach der technischen Abnahme nicht zugelassen, weil bei uns die Wegfahrsperre und das ESP im Steuergerät ausgeschaltet waren.“ Eigentlich normal, sagte er, und eigentlich eine Lappalie. Zwei weitere Teams erwischte es auch, andere nicht. „Ich war richtig sauer, da bin ich immer gerne gefahren, aber ich werde dort nicht mehr an den Start gehen.“ Denn, da ist sich Möck sicher: Der Ausschluss vom Rennen hat seinen Fahrer am Ende die Meisterschaft gekostet. „Wenn wir gefahren wären, hätten wir sicher eine gute Platzierung gehabt.“ Über die 280 Euro Startgeld, die futsch waren, und die weite Anreise will er gar nicht sprechen.

Bei der Viselhöveder Herbstrallye im Oktober fuhren sie in der Klasse NC6 auf den 2. Platz. Und dann ging es auf die alte Heimstrecke von Möck: In Kaltenkirchen kennt er jeden Maulwurfshügel und deren Bewohner mit Namen. „Früher war ich da im Organisations-Team, das ist immer super und macht viel Spaß, dort zu fahren.“ Sie gewannen ihre Klasse am Ende.

Das Fazit insgesamt: „Ich habe mich beim AMC Asendorf/Verden angemeldet, da kenne ich über die Jahre viele Leute und bin dadurch in diesem Jahr erstmalig im ADAC Weser-Ems gewertet worden.“ Platz sechs hieß das für Möck. Er ist sehr zufrieden. Und der 55-Jährige möchte weiter als Beifahrer mitmachen.

Für die neue Saison stehen aber einige Veränderungen an. „Wir werden einen Toyota Yaris GR4 hoffentlich ab dem Sommer fahren, zuvor noch mit dem Audi.“ Das neue Fahrzeug wird komplett zerlegt und dann wieder neu zusammengesetzt. Starten werden die beiden dann in der NC6, denn der Toyota, ein 1,6 Liter, drei Zylinder Turbo mit einem 6-Gang-Getriebe und Allrad, bringt 261 PS (rund 192Kw) auf die Straße. „Und darauf habe ich noch einmal richtig Lust.“

Dirk de Vries
Dirk de Vries Emder Zeitung