Dresden - Mit einer 1:2 (1:1)-Auswärtsniederlage bei Dynamo Dresden hat sich der VfB Oldenburg im letzten Saisonspiel aus der 3. Fußball-Liga verabschiedet. Die Führung durch Max Wegner (19. Minute) reichte nicht, ein Doppelpack von Ahmet Arslan sorgte für den Dresdner Sieg. Das sind die Reaktionen des VfB, der die Saison damit auf Platz 18 mit 35 Punkten beendet.

Fuat Kilic (VfB-Trainer): „Was meine Mannschaft vor dieser Kulisse gegen diese hochwertige Mannschaft wieder auf den Platz gebracht hat, da kann man nur stolz sein. Wir haben sehr gute erste 30 Minuten gespielt. Wo wir mutig nach vorne gespielt haben und uns Räume erspielt haben, um uns zu entfalten. Umso ärgerlicher ist es, das wir im eigenen Ballbesitz den Gegner zum Kontern eingeladen haben. Die Enttäuschung nach dem 1:1 kurz vor der Pause war sehr groß. Durch den Ausgleich wussten wir, dass Dynamo aus der Halbzeit mit noch mehr Wucht kommen würde. Wir haben dann gewechselt, weil wir gemerkt haben, dass wir die Flügel nicht so in den Griff bekommen haben. Auch beim zweiten Gegentor haben wir wieder sehr unkontrolliert im eigenen Ballbesitz den Ball gespielt, die Zuordnung verloren und das Tor kassiert. Fehler werden in dieser Liga einfach brutal bestraft. Es ist für mich schwer zu akzeptieren dass wir die beiden Spiele verloren haben in der Art wie wir agiert haben. Aber so ist Fußball. Jetzt müssen wir den Blick nach vorne richten.“

Spielbericht
Durchgesetzt: Oldenburgs Max Wegner (Mitte) schirmt den Ball gegen Dresdens  Jakob Lemmer (rechts) und Ahmet Arslan ab.

1:2 VOR 30000 FANS BEI DYNAMO DRESDEN VfB Oldenburg steigt als Drittletzter aus 3. Liga ab

Lars Blancke Wolfgang Wittig Oldenburg

Marcel Appiah (VfB-Verteidiger): „Es waren wieder in erster Linie vermeidbare Tore, weil wir einfach dumme Fehler gemacht haben, als wir im Ballbesitz waren. Spielen dem Gegner den Ball aus zwei Metern in die Füße und sind dann logischerweise auch nicht so organisiert, weil wir uns erstmal nach vorne bewegt haben. Warum wir dann die Balance vor der Abwehr nicht haben, ist die Frage, die wir uns die ganze Saison stellen müssen. Ohne Schuldzuweisungen zu machen, müssten wir ja auch mal aus Fehlern lernen. Heute haben wir wieder in bestimmten Situationen die Fehler gemacht, die zu Toren führen. Mit solchen Fehlern lädt man in diesem Stadion natürlich die Fans ein, lautstark zu unterstützen. Hoffentlich nehmen viele Spieler diese Erfahrungen mit in die nächste Saison – sonst wird es für viele Spieler die letzte Saison hier gewesen sein.“

Christopher Buchtmann (VfB-Mittelfeldspieler): „Es ist einfach eine tolle, irre Atmosphäre hier. Auch wenn Dresden gefühlt mehr Ballbesitz hatte, haben wir gut dagegen gehalten. Nur hätten wir unsere Konter besser ausspielen müssen. Das ist einfach der nächste Schritt, den wir lernen müssen. Wenn wir den Ball haben, dann müssen wir mehr Ruhe ins Spiel bringen.“

Nico Knystock (VfB-Abwehrmann): „Wenn ich mir das genau überlege, dann war heute durchaus nicht nur ein Unentschieden, sondern vielleicht auch noch mehr drin gewesen. Wir haben uns eben noch auf dem Platz unterhalten und feststellen müssen, dass das im Prinzip sinnbildlich für die ganze Saison gewesen ist. Wir haben bewiesen, dass wir mit allen Gegnern mithalten können und die sogar oft vor Probleme stellen. Tatsache ist, dass wir mit eigenen dummen Fehlern die Gegner immer wieder zurück ins Spiel holen. Es ist sicher kein Vorwurf gegen die Mannschaft, aber uns fehlt einfach so ein Topscorer, wie ihn Dresden mit Arslan hat. Hätten wir so einen während der Saison gehabt, stünden wir sicher an anderer Stelle in der Tabelle. Denn an der gesamten Qualität der Mannschaft hat es nicht immer gelegen.

Felix Dornebusch (VfB-Torwart): „Das Spiel war sinnbildlich für die ganze Saison. Wir haben super begonnen, wir haben ein perfektes Auswärtsspiel gezeigt gegen eine der stärksten Mannschaften der Liga und versauen es uns dann selber mit Fehlpässen und schlechtem Positionsspiel gegen den Ball. Das ist für mich völlig unerklärlich. Kassieren die Gegentore auch noch zu den ungünstigsten Zeiten. Leider nutzen wir unsere Torchancen, die ja da sind, nicht genug. Deswegen steigen wir verdient ab. Man darf bei aller Kritik aber nicht vergessen, dass in dieser Mannschaft fußballerisch was drin steckt. Villeicht fehlt ein wenig Erfahrung und Cleverness.“

Max Wegner (VfB-Kapitän): „Ein Unentschieden war hier heute durchaus drin gewesen. Der frühe Führungstreffer hat uns natürlich genau ins Spiel gepasst. Das Tor kurz vor der Halbzeit ist natürlich das Schlimmste, was uns passieren konnte. Ich habe vor ein paar Jahren mit Aue hier gespielt, da war die Stimmung allerdings noch ein bisschen brisanter. Aber man kann nur sagen, eine solche Stimmung kann die Heimmannschaft schon nach vorne pushen.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion