Oldenburg - Die Trainersuche beim VfB Oldenburg geht in eine neue Runde. Während Co-Trainer Frank Löning den Fußball-Regionalligisten interimsmäßig auf das Kellerduell an diesem Samstag (15 Uhr) beim SV Todesfelde vorbereitet, führt Sportleiter Sebastian Schachten die Gespräche mit den Kandidaten – und will sich dabei „nicht treiben lassen“, wie er bereits am Sonntag dieser Zeitung erklärte. Löning wird aller Voraussicht nach am Samstag das Team coachen. Danach, so der Plan, soll ein neuer Coach gefunden sein. Welche Kandidaten sind eigentlich auf dem Markt? Unsere Redaktion gibt einen Überblick über Trainer, die im Nordwesten auf Viertliga-Niveau schon ihre Fußspuren hinterlassen haben und aktuell ohne Verein sind.
Eine Rückkehr von Aufstiegstrainer Dario Fossi (43) erscheint möglich. Er besitzt inzwischen die höchste Trainer-Lizenz (Uefa-Pro) in Deutschland, wartet seit seinem Aus beim VfB im März 2023 auf eine neue Aufgabe und ist Stammgast im Marschwegstadion. „Ein sehr guter Trainer“, sagte Schachten, der zumindest nicht dementierte, dass Fossi eine Option ist. Namen kommentierte der Sportliche Leiter naturgemäß nicht.
Im Besitz der Uefa-A-Lizenz ist Frank Löning (43). Den „Co“ zum Chef machen? Der VfB wäre nicht der erste Verein, der diesen Weg geht. Löning ist anerkannt im Verein, arbeitet akribisch, fleißig. Nur: Löning ist bereits seit dem Sommer 2022 beim VfB. Mit seinem Aufstieg würde der Faktor „neuer Impuls“ für die Mannschaft wegfallen. Nach Informationen unserer Redaktion ist seine Beförderung deswegen unwahrscheinlich.
Gerade noch in der Regionalliga Nord gearbeitet hat Adrian Alipour (45). Beim SV Meppen machte der gebürtige Dortmunder in der Vorsaison einen guten Job, führte das junge Team trotz eines großen Umbruchs auf Platz zwei und gewann den Landespokal. Nach einem Fehlstart musste er in dieser Spielzeit überraschend schnell gehen. Seine Beurlaubung im Emsland ist gerade erst zwei Wochen her.
Bestens mit der Regionalliga Nord vertraut ist Key Riebau (34). Der A-Lizenz-Inhaber trainierte zweimal den SSV Jeddeloh sowie Atlas Delmenhorst in dieser Spielklasse und sucht eine neue Aufgabe. Der Oldenburger ist zudem regelmäßig Zuschauer bei den VfB-Heimspielen, hat sich so einen guten Eindruck von den Problemen im Team verschafft.
Die nach außen kleinste, vereinsinterne und kostensparende Variante lautet Burak Bahar (32). Er trainiert seit dieser Spielzeit wieder die U 19 des VfB, in der Saison 2021/22 hatte er bereits die A-Junioren des JFV Nordwest gecoacht. Dazwischen arbeitete er zwei Jahre lang bei der U 17 von Hertha BSC und besitzt die A-Lizenz. Da seine Trainerstationen allerdings ausschließlich im Jugendbereich waren, dürfte es für den kriselnden Regionalliga-Vorletzten ein viel zu großes Wagnis sein, Bahar ins kalte Wasser zu werfen.
Die nach außen größte Variante wäre wohl Alexander Nouri (45). Der von 2010 bis 2014 auf mehreren Positionen für den VfB arbeitende Trainer ist ebenfalls vereinslos. Nach Stationen bei Werder Bremen, FC Ingolstadt, Hertha BSC und AO Kavala (2. Liga Griechenland) wartet er seit mehr als einem Jahr auf eine neue Aufgabe. Nouri betreibt stattdessen seine Firma „International Football Concepts“ weiter. Mit einem Ex-Bundesliga-Trainer finanziell zusammenzukommen, dürfte für den VfB allerdings schwierig werden.
Dass Schachtens Netzwerk weit über den Nordwesten hinausgeht, steht derweil außer Frage. Die von ihm verpflichteten Trainer Benjamin Duda (36, vereinslos, war vor dem VfB beim Berliner AK) und der nun freigestellte Fuat Kilic (51, vorher bei Alemannia Aachen) waren zuvor für die meisten Oldenburger unbekannte Namen. Er habe „natürlich unsere Kandidaten im Kopf“, denn es sei „unser Job, vorbereitet zu sein“, sagte Schachten am Sonntag. Das Warten auf den neuen Mann an der Oldenburger Seitenlinie dürfte noch ein paar Tage weitergehen.