Oldenburg - Wenn der VfB Oldenburg seit seinem Abstieg aus der 3. Liga in der Fußball-Regionalliga in ein Heimspiel geht, dann gilt normalerweise immer eines: Er startet als Favorit in die Partie. Normal ist in diesen Tagen bei den Blauen aber weder Form noch Personallage. Mit dem SV Meppen kommt an diesem Samstag (18 Uhr) ein zwar schlecht gestarteter Titelanwärter ins Marschwegstadion. Nach dem Trainerwechsel weg von Adrian Alipour hin zu Lucas Beniermann haben die Emsländer aber ein 5:0-Ausrufezeichen gegen den Bremer SV gesendet – und den VfB von der Ausgangslage her zum ungewohnten Außenseiter macht.
„Nichts zu verlieren“
„Das ist doch schön, dann haben wir nichts zu verlieren. Keiner erwartet etwas von uns“, reagierte VfB-Trainer Fuat Kilic am späten Mittwochabend nach dem Oldenburger 0:1 bei BW Lohne (der vierten Niederlage im fünften Ligaspiel) auf den parallelen Befreiungsschlag des Rivalen aus Meppen. Im Kopf hatte er dabei die beiden frischen Verletzungsschocks um Christopher Buchtmann (Kreuzbandriss) und Pascal Richter (Schulter ausgekugelt, Ausfallzeit offen). Sie gesellen sich zu den Ausfällen Nico Mai (Muskelbündelriss), Nick Otto (Fußbruch) und Linus Schäfer (Oberschenkel). Routinier Patrick Möschl (Adduktoren) ist zudem angeschlagen, Drilon Demaj lediglich fit für einen Kurzeinsatz.
„Nichts gegen die Jungs, die aktuell bei uns hinten dran sind, aber sie brauchen Zeit. Wir reden von Entwicklung. Und diese Jungs brauchen Spieler, die sie auffangen und mitnehmen“, erklärt Kilic und hofft, durch Zugänge in den nächsten Tagen mehr Breite in den Kader zu bekommen. Sportleiter Sebastian Schachten hat zwar im Gespräch mit unserer Redaktion Verstärkungen im bis zum 30. August geöffneten Transferfenster in Aussicht gestellt, gegen die Emsländer wird der VfB aber mit seinem reichlich dezimierten Aufgebot antreten.
So geht es Demaj
Die dünne Personaldecke führte in Lohne soweit, dass Coach Kilic in der Schlussphase sogar Demaj brachte. Wochenlang schaute der Offensivmann aufgrund einer hartnäckigen Sehnenreizung nur zu, verpasste die Sommervorbereitung und lag in der Vorwoche noch einmal im MRT. Nun ist er wieder gesund, aber: „Er ist bei weitem nicht da, wo er letzte Saison war. Wir müssen vorsichtig sein und dürfen ihn nicht verbrennen“, sagt Kilic, für den ansonsten an den zwei Tagen zwischen Lohne und Meppen im Fokus stand, dass „wir schauen müssen, dass wir die Frische wieder herbekommen und die Jungs mental aufrichten.“
Turbulente Wochen
Der SV Meppen hat derweil ähnlich turbulente erste Saisonwochen hinter sich gebracht wie der VfB. Zum Saisonstart gab es ein ordentliches 1:1 gegen Weiche Flensburg. Es folgte ein schwacher Auftritt beim 0:1 bei Kickers Emden, ein ärgerliches Landespokal-Aus gegen den VfL Osnabrück (0:1) sowie ein offensiv harmloses Spiel trotz Überzahl gegen die SV Drochtersen/Assel (0:0).
Alipour musste gehen, der vorherige Nachwuchskoordinator Beniermann übernahm. Gegen Zweitligist Hamburger SV setzte es dennoch ein saftiges 1:7 in der ersten Runde des DFB-Pokals, das aber durch das überzeugende 5:0 gegen den Bremer SV wieder gut gemacht worden ist. In Marek Janssen, der einen lupenreinen Hattrick zwischen der 49. und 60. Minute erzielte, und Christopher Schepp verfügen die Emsländer über ein Sturmduo, um das sie wohl die gesamte Regionalliga beneidet.