Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Heimspiel gegen SV Meppen Warum VfB Oldenburg in ungewohnter Rolle ins Derby geht

Lars Blancke
Lars Blancke Wolfgang Wittig
Zurück im VfB-Trikot, aber noch mit Fitnessrückstand: Drilon Demaj
Vorbericht

Zurück im VfB-Trikot, aber noch mit Fitnessrückstand: Drilon Demaj

Andre van Elten

Oldenburg - Wenn der VfB Oldenburg seit seinem Abstieg aus der 3. Liga in der Fußball-Regionalliga in ein Heimspiel geht, dann gilt normalerweise immer eines: Er startet als Favorit in die Partie. Normal ist in diesen Tagen bei den Blauen aber weder Form noch Personallage. Mit dem SV Meppen kommt an diesem Samstag (18 Uhr) ein zwar schlecht gestarteter Titelanwärter ins Marschwegstadion. Nach dem Trainerwechsel weg von Adrian Alipour hin zu Lucas Beniermann haben die Emsländer aber ein 5:0-Ausrufezeichen gegen den Bremer SV gesendet – und den VfB von der Ausgangslage her zum ungewohnten Außenseiter macht.

Lade ...

„Nichts zu verlieren“

„Das ist doch schön, dann haben wir nichts zu verlieren. Keiner erwartet etwas von uns“, reagierte VfB-Trainer Fuat Kilic am späten Mittwochabend nach dem Oldenburger 0:1 bei BW Lohne (der vierten Niederlage im fünften Ligaspiel) auf den parallelen Befreiungsschlag des Rivalen aus Meppen. Im Kopf hatte er dabei die beiden frischen Verletzungsschocks um Christopher Buchtmann (Kreuzbandriss) und Pascal Richter (Schulter ausgekugelt, Ausfallzeit offen). Sie gesellen sich zu den Ausfällen Nico Mai (Muskelbündelriss), Nick Otto (Fußbruch) und Linus Schäfer (Oberschenkel). Routinier Patrick Möschl (Adduktoren) ist zudem angeschlagen, Drilon Demaj lediglich fit für einen Kurzeinsatz.

„Nichts gegen die Jungs, die aktuell bei uns hinten dran sind, aber sie brauchen Zeit. Wir reden von Entwicklung. Und diese Jungs brauchen Spieler, die sie auffangen und mitnehmen“, erklärt Kilic und hofft, durch Zugänge in den nächsten Tagen mehr Breite in den Kader zu bekommen. Sportleiter Sebastian Schachten hat zwar im Gespräch mit unserer Redaktion Verstärkungen im bis zum 30. August geöffneten Transferfenster in Aussicht gestellt, gegen die Emsländer wird der VfB aber mit seinem reichlich dezimierten Aufgebot antreten.

Gaben auf und neben dem Platz alles, waren aber auch in Lohne glücklos: (von links) Sportleiter Sebastian Schachten, Patrick Möschl, Drilon Demaj, Markus Ziereis und Trainer Fuat Kilic

VIEL KAMPF, WENIG GLÜCK, GROSSE SORGEN So kämpft der VfB Oldenburg um die Wende und neue Spieler

Lars Blancke Wolfgang Wittig
Oldenburg
Reaktionen
Frust pur: (von links) Rafael Brand, Jhonny Peitzmeier, Drilon Demaj und Julian Meier verarbeiten die Niederlage in Lohne.

VFB-STIMMEN NACH NIEDERLAGE IN LOHNE Was Trainer Kilic zum Spiel und Sportleiter Schachten zu Transfers sagt

Lars Blancke Wolfgang Wittig
Oldenburg
Spielbericht
Geht zum Kopfball: Oldenburgs Anouar Adam hatte in Lohne die erste Chance der Partie.

NIEDERLAGE UND VERLETZUNGSSCHOCK Kriselnder VfB Oldenburg geht auch bei BW Lohne leer aus

Lars Blancke Wolfgang Wittig
Oldenburg

So geht es Demaj

Die dünne Personaldecke führte in Lohne soweit, dass Coach Kilic in der Schlussphase sogar Demaj brachte. Wochenlang schaute der Offensivmann aufgrund einer hartnäckigen Sehnenreizung nur zu, verpasste die Sommervorbereitung und lag in der Vorwoche noch einmal im MRT. Nun ist er wieder gesund, aber: „Er ist bei weitem nicht da, wo er letzte Saison war. Wir müssen vorsichtig sein und dürfen ihn nicht verbrennen“, sagt Kilic, für den ansonsten an den zwei Tagen zwischen Lohne und Meppen im Fokus stand, dass „wir schauen müssen, dass wir die Frische wieder herbekommen und die Jungs mental aufrichten.“

Arbeitet nun in Saudi-Arabien: Joe Zinnbauer

FUSSBALL Ex-Oldenburger Zinnbauer arbeitet nun in Saudi-Arabien

Hauke Richters
Oldenburg

Turbulente Wochen

Der SV Meppen hat derweil ähnlich turbulente erste Saisonwochen hinter sich gebracht wie der VfB. Zum Saisonstart gab es ein ordentliches 1:1 gegen Weiche Flensburg. Es folgte ein schwacher Auftritt beim 0:1 bei Kickers Emden, ein ärgerliches Landespokal-Aus gegen den VfL Osnabrück (0:1) sowie ein offensiv harmloses Spiel trotz Überzahl gegen die SV Drochtersen/Assel (0:0).

Alipour musste gehen, der vorherige Nachwuchskoordinator Beniermann übernahm. Gegen Zweitligist Hamburger SV setzte es dennoch ein saftiges 1:7 in der ersten Runde des DFB-Pokals, das aber durch das überzeugende 5:0 gegen den Bremer SV wieder gut gemacht worden ist. In Marek Janssen, der einen lupenreinen Hattrick zwischen der 49. und 60. Minute erzielte, und Christopher Schepp verfügen die Emsländer über ein Sturmduo, um das sie wohl die gesamte Regionalliga beneidet.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
Themen